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„Alternative Wege im Praxisalltag“ – Kennenlern-Seminare – Phytotherapie

Webinar Daten:
02.12.2021
ATF-Anerkennung:
1h
Therapierichtung:
Phytotherapie

Phytotherapie – altbewährt, praxisnah erklärt

Bist du auch auf der Suche nach nebenwirkungsarmen Therapieoptionen für ältere multimorbide Patienten? Hast du dich auch schon gefragt, wie du den Einsatz von nichtsteroidalen Antiphlogistika beim Arthrose-kranken Patienten verringern kannst? Möchtest du zukünftig die Gesunderhaltung in den Fokus deines praktischen Wirkens stellen?

Wir bieten dir auf der Basis tiermedizinischer Diagnostik, anhand praxisnaher Fallbeispiele, eine Einführung in regulationsmedizinische Therapieverfahren:

  • 07.10.2021: Physiotherapie „Rehabilitation für Tiere – Mehr als Muskelaufbau auf dem Unterwasserlaufband Tierphysiotherapeutische Einsatzgebiete kennenlernen“, mit Dr. Isabel Raabe
  • 21.10. 2021: Akupunktur/TCVM „Altes Wissen, neue Möglichkeiten – meet and greet Akupunktur/ TCVM“, mit Tierärztin Friederike Küffner
  • 04.11.2021: Homöopathie „Kleine Gabe, große Wirkung – homöopathische Therapieoptionen in der Praxis“, mit Dr. Carolin Ruoss
  • 18.11.2021: Osteopathie „Im Zwiegespräch mit dem Patienten – Osteopathie und ihre Möglichkeiten“, Dr. Anne Lisa Louis
  • 2.12. Phytotherapie „Phytotherapie – altbewährt, praxisnah erklärt“, mit Dr. Cäcilia Brendieck-Worm

Wir möchten dich teilhaben lassen an unseren positiven Erfahrungen und dich in die Lage versetzen, diese Methoden umgehend in deinen Praxisalltag zu integrieren.

Eine Webinar Reihe für Interessierte, die ganzheitliche Therapiemethoden kaum oder noch nicht kennengelernt haben.

 

02.12.2021 20:00 – 21:00 Uhr
Pflanzen waren einmal die wichtigsten Heilmittel für Mensch und Tier. Warum das so war und warum das wieder so werden könnte, wird in diesem Übersichtsreferat zur Phytotherapie in der Tiermedizin dargestellt.
Pflanzen sind ortsfeste Lebewesen, die zu ihrem Schutz unzählige chemische Substanzen entwickelt haben, die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe.
Tiere, die Pflanzen als Nahrung nutzen, müssen sich mit diesen sekundären Pflanzenstoffen auseinandersetzen, um keinen Schaden zu nehmen. Diese Pflanzenstoffe regen vor allem die tierischen Metabolisierungsfähigkeiten, ihre Ausscheidungs- und Immunfunktionen an. Kurz: die Pflanzenstoffe trainieren die Regulationsfähigkeiten und die Selbstheilungsmechanismen von Menschen und Tieren.

Das Wissen um diese Zusammenhänge ist Jahrtausende alt. Es war und ist die Basis für die Entwicklung moderner Pharmaka.
Wissenschaftliche Forschung hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Wirkstoffe aus Pflanzen isoliert und komplexe Wirkmechanismen aufgedeckt. Und sie ist damit längst noch nicht fertig. Einsatzgebiete und Dosierungen wurden präzisiert. Durch die synthetische Herstellung ursprünglich pflanzlicher Substanzen und ihre chemische Modifizierung hat man sich von der Natur und ihren Unwägbarkeiten emanzipiert, erhält Therapeutika mit gleichbleibender Qualität und definierten Wirkstoffgehalten. Diese chemisch-synthetischen Arzneimittel wirken oft schneller, stärker und länger wirksam. Sie haben aber auch, im Vergleich zu den Phytotherapeutika, oft schwerwiegendere Nebenwirkungen.

Die Pharmakologie hat den von den Pflanzen eingeschlagenen Weg verlassen: aus reichhaltigen Wirkstoffcocktails mit Breitbandwirkung und großer therapeutischer Breite wurden Monopräparate zum Einsatz bei klar definierten Indikationen. Diese Monotarget-Therapeutika werden konzipiert, um gezielt in den tierischen Organismus einzugreifen.
Es wird seit Jahren immer offensichtlicher, dass diese Vorgehensweise nicht immer unproblematisch ist. So entwickeln Mikroorganismen und Parasiten weltweit Resistenzen gegen diese Monotarget-Therapeutika. Hierfür ist oft eine einzige Mutation beim Erreger ausreichend, so etwa bei Antibiotika oder bei Antiparasitika.
In vielen Bereichen zeigen sich Nachteile der chemisch-synthetischen Therapeutika in Form von unerwünschten Arzneiwirkungen (UAW). Bei Antibiotika und Antiparasitika sind dies v.a. die Kollateralschäden in der physiologischen Mikroflora und im physiologischen Helminthom. Außerdem verursachen sie Schäden in der Umwelt (hohe Ökotoxizität, Gefahr der Kumulation in der Umwelt).
Auch bei nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) – indiziert und erfolgreich bei akuten Prozessen – treten insbesondere in der Langzeitanwendung zahlreiche systemimmanente UAW auf. Dies verstärkt beim geriatrischen und multimorbiden Patienten. Hier kommen noch unerwünschte Interaktionen zwischen den weiterhin genutzten Pharmaka wie ACE-Hemmern, Diuretika etc. hinzu.
Die Therapie mit diesen Arzneimitteln wirkt nicht mehr regulierend, sondern eliminierend und supprimierend. Bei akuten Störungen ist dies von Vorteil (Sepsis, Schmerz, Entzündung, akute Herz-Kreislauf-Störungen). Bei komplexen Funktionsstörungen, etwa im Magen-Darmtrakt, bei chronischen und rezidivierenden Störungen sind jedoch breit wirksame Phytotherapeutika von Vorteil, ebenso beim multimorbiden Patienten.

Es hat sich bewährt, den Phytotherapeutika insbesondere bei Risikopatienten den Vorzug zu geben. Zu den Risikopatienten gehören neben den Alten und Multimorbiden, deren Metabolisierungsfähigkeiten und Immunfunktionen bereits insuffizient geworden sind, auch Säuglinge und Jungtiere. Deren Fähigkeiten zu metabolisieren und Infektionen mithilfe des Immunsystems in Schach zu halten, müssen noch erst entwickelt werden. Diese Patientengruppen profitieren besonders von der guten Verträglichkeit der Phytotherapeutika.
Phytotherapeutika haben ein gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis, sind aber nicht per se nebenwirkungsfrei. Nebenwirkungen sind selten und in der Regel nicht schwerwiegend. Es gibt viele bewährte Arzneipflanzenkombinationen und für viele Tierarten existieren bewährte Dosierungen. Es sind tierartliche Unterschiede in der Verträglichkeit und Kontraindikationen bekannt.
Die Vielfalt der Wirkstoffe in Arzneipflanzen und die zahllosen Kombinationsmöglichkeiten von Arzneipflanzen bieten beste Voraussetzungen für eine individualisierte Therapie. Gut gewählte Arzneipflanzenkombinationen erweitern durch Synergie-Effekte die Anwendungsmöglichkeiten.

Positive Synergie-Effekte sind auch für Kombinationen zwischen Phytotherapeutika und chemisch-synthetischen Arzneimitteln belegt. Beispielsweise können Phytotherapeutika die Resorption chemisch-synthetischer Arzneimittel im Darm verbessern. Dadurch kann deren Dosis gemindert werden, wodurch UAW seltener auftreten. Aufgrund ihrer Fähigkeit, die Bildung von Biofilmen zu vermindern oder gar zu verhindern oder Biofilme zu durchdringen, sind eine Reihe von Phytotherapeutika auch in der Kombination mit Antibiotika und Antimykotika von Vorteil. Auch hier profitiert der Organismus von der Dosisminderung bei diesen Therapeutika. Es geht also nicht immer um ein Entweder-Oder, sondern oft um ein Sowohl-als-Auch. Dies ist insbesondere eine wichtige Option bei multiresistenten Infektionserregern.
Nicht zuletzt ermöglicht das gute Nutzen-Risiko-Verhältnis von Phytotherapeutika deren präventiven Einsatz, so etwa in der Therapie von Herzkreislaufproblemen im NYHA Stadium I und II. Dadurch lässt sich nebenwirkungsreiche chemisch-synthetische Medikation nicht selten um Jahre hinauszögern.
Es gibt sogar Anwendungsgebiete, in denen Phytotherapeutika konkurrenzlos sind, etwa die Mariendistel in der Leberschutzwirkung.
Ausgewählte Fallbeispiele sollen diese Zusammenhänge verdeutlichen.

 

Veranstalter:
Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin e.V.

ATF-Anerkennung:
1h

An diesem Modul können nur Tierärztinnen und Tierärzte sowie Student:innen der Veterinärmedizin teilnehmen.

Veranstaltungsort:
Ganz bequem bei Ihnen zuhause oder wo Sie es möchten – digital über die Konferenz-Plattform Zoom, die Zugangsdaten erhalten Sei nach Anmeldung.

Referentin:
Dr. Cäcilia Brendieck-Worm

Kosten
kostenlos für die genannte Zielgruppe

 

Informationen zur Mitgliedschaft

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