GGTM e.V.

Extrinsische Determinanten für die Inanspruchnahme komplementärmedizinischer Therapieverfahren

Originalarbeit · Original Article

Extrinsische Determinanten für die Inanspruchnahme komplementärmedizinischer Therapieverfahren
S. Köntoppa; B. Ebersbergerb

aKoentopp.Gesundheitsstudien, München, Deutschland bManagement Center Innsbruck (MCI), Österreich

Forsch Komplementärmed 2008;15:000-000
(DOI: 10.1159/000112725)

Summary

Hintergrund: Die Frage nach den intrinsischen Beweggründen, die zur Nutzung komplementärmedizinischer Therapieverfahren führen, wurde bereits in zahlreichen Studien untersucht. Extrinsische Determinanten dieser Wahl blieben bislang weitgehend unberücksichtigt. Fragestellung: Die Studie analysiert, welche extrinsischen Determinanten die erstmalige Nutzung von Komplementärmedizin beeinflussen. Weiterhin wird untersucht, welche Determinanten einen Einfluss auf die Wahl bestimmter komplementärmedizinischer Verfahren und die Häufigkeit der Inanspruchnahme ausüben. Material und Methoden: Es wurden 1000 standardisierte Fragebögen an Nutzer von Komplementärmedizin verteilt (Response 31,8%). 86,6% der Probanden waren zwischen 21 und 60 Jahre alt; der Frauenanteil betrug 79,5%. Zur Analyse werden univariate (Häufigkeitsanalysen, Mittelwertvergleich) und multivariate Methoden (Fractional Logit Modell) eingesetzt. Ergebnisse: Die Entscheidung zur erstmaligen Nutzung von Komplementärmedizin wird stark durch Empfehlungen aus dem privaten Umfeld beeinflusst. Wichtigste Determinante der Nutzung bestimmter Therapieverfahren ist die Wirksamkeit des Verfahrens. Patienten, denen die Wirksamkeit sehr wichtig ist, nutzen komplementärmedizinische Verfahren häufiger (OR 1,687; 90%-KI 1,040- 3,378). Insbesondere nutzen sie Phytotherapie (1,787; 1,040- 3,372), Homöopathie (2,282; 1,161-10,806) und traditionelle chinesische Medizin (TCM) (2,386; 1,421-4,396). Patienten, die Wert auf ärztliche Empfehlung legen, wenden manuelle Therapien häufiger (1,610; 1,177-2,374) und energetische Therapien (0,451; 0,261-0,693) seltener an. Patienten greifen weniger häufig zu komplementärmedizinischen Therapien, wenn sie auf die Bekanntheit einer Therapie (0,714; 0,585- 0,883) und Expertenempfehlungen (0,608; 0,508-0,732) Wert legen. Soziodemografische Merkmale haben auf die Nutzungshäufigkeit keinen Einfluss. Schlussfolgerung: Die Nutzung komplementärmedizinischer Therapien hängt nicht nur von intrinsischen, sondern auch von extrinsischen Determinanten ab.

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Artikel erstellt am: 26. Februar 2008, 20:47