GGTM e.V.

Arbeitskreis Phytotherapie

Tagung des AK-Phyto auf Burg Lichtenberg, Pfalz, im September 2011, mit Gästen aus der Schweiz (SMGP-Vet), Österreich und den Niederlanden

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es freut uns, Ihnen auch in diesem Jahr ein reichhaltiges Programm zur Veterinärphytotherapie anbieten zu können. Wir hoffen auf reges Interesse Ihrerseits an unseren Veranstaltungen. Eine Übersicht zum Download finden Sie hier.

Veranstaltungsflyer des AK Phytotherapie 2016

Mit freundlichen Grüßen

für den Arbeitskreis Phytotherapie der GGTM
Cäcilia Brendieck-Worm

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Einladung zum Phytotherapie- Anwendertreffen „Von Fall zu Fall“
von 11.-13. November 2016

Beginn:
Freitag, 11.11.16 um 19.00

Ende:
Sonntag, 13.11.16 um 10.00

Tagungsort:
AnimaPlanta, Klotzenhof, 73547 Lorch

Voraussetzung:
Eintrittskarte zum Phytotherapie-Anwendertreffen ist ein solide aufbereiteter, schwerpunktmäßig phytotherapeutisch angegangener Fallbericht aus Groß- und Kleintierpraxis (es dürfen auch mehrere sein) und ein Beitrag zur Verpflegung.

Kosten:
für die Verpflegung entstandene Kosten werden am Ende der Veranstaltung auf die Teilnehmer umgelegt.

Informationen zum Tagungsort und Anmeldung unter: www.animaplanta.de.

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Im Arbeitskreis Phytotherapie haben sich Menschen zusammengefunden, die an rationaler Heilpflanzenkunde interessiert sind. Sie stammen aus Forschung und Lehre, der tierärztlichen Praxis und der Arzneimittelproduktion.

Ziel des Arbeitskreises ist es, ein umfassendes Bild moderner Heilpflanzenanwendung beim Tier zu vermitteln.

Neben den therapeutischen Möglichkeiten sind die wissenschaftlichen Grundlagen, die praktische Durchführung unter Berücksichtigung tierartlicher Besonderheiten und die gesetzlichen Rahmenbedingungen Inhalt der Veranstaltungen.

Neben der kontinuierlich laufenden Weiterbildung zu festen Terminen (jährlich an Himmelfahrt in Gießen)gibt es regelmäßig am letzten Wochenende im Juni ein Praxisseminar in Staufen/Wettelbrunn und im Herbst eine Phytotagung. Auch der 2012 auf dem Internationalen Kongress für Ganzheitliche Tiermedizin begonnene Phytotherapie -Austausch “East meets West” wird fortgesetzt.

Das Bündeln phytotherapeutischer „Kräfte“ ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt. So pflegen wir Kontakte zu Veterinärphytotherapeuten in der Schweiz, Österreich und den Niederlanden, sowie zu den Humanphytotherapeuten im eigenen Lande. Viel Arbeit, für die wir uns Ihre Unterstützung wünschen. Vor allem aber freuen wir uns auf Ihr Interesse an unseren Veranstaltungen zur Phytotherapie!
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Praxisseminar Phytotherapie „Pflanzenöle in Pflege und Therapie“ – Rückblick

Auch in diesem Jahr trafen wir uns am letzten Wochenende im Juni zu einem Praxisseminar auf dem Hofgut Tellmann in Wettelbrunn. Die Pflanzenöle und ihre Anwendungsmöglichkeiten in Pflege und Therapie standen diesmal im Fokus. Zum Einstieg wurden die verschiedenen Verfahren der Ölgewinnung und ihre Auswirkungen auf die Ölqualität vorgestellt. Dies und die Auseinandersetzung mit der Deklaration der Öle sorgte dabei für Ernüchterung: wirklich hochwertig und damit auch medizinisch nutzbar sind nur etwa 1 % der auf dem Markt befindlichen Pflanzenöle. Die durch Raffination gewonnene, farb- und geschmacklose Massenware ist es nicht mehr. Im Gegenteil – durch hohe Temperaturen bei der Gewinnung kommt es zu gesundheitsschädlichen Veränderungen des Öls, wie den Trans-Fettsäuren, die im Organismus wichtige Rezeptoren blockieren ohne stoffwechselaktiv zu sein, wie es natürliche Fettsäuren sind. Selbst der Begriff „Kaltgepresst“ garantiert keine gute Ölqualität, besagt er doch nur, dass keine Wärme zugeführt wurde. Prozesswärme bis 150°C, wie sie in modernen Mühlen schnell erreicht ist, muss hier nicht deklariert werden. Wie viel Pflanzentypisches native, kaltgepresste Öle haben, konnten wir am Abend unseres ersten Seminartages bei einer Ölverkostung wahrnehmen. Ob Öl aus Haselnuss, Kürbiskern, Leindotter-, Sesam-, Lein- und Hanfsamen – jedes hat seinen unverwechselbaren Charakter. Dass dies an den ganz unterschiedlichen Fettbegleitstoffen liegt, erfuhren wir im Laufe des Seminars.
Alexandra Nadig musste ihre Teilnahme leider kurzfristig absagen. Für sie sprang mit Elan Yvonne Thoonsen ein und stellte Hanföl, Nachtkerzenöl und Sanddornfruchtfleischöl als Dermatologika vor. Yvonnes Einstieg als Referentin vor Kolleginnen und Kollegen im Phytoteam, wie auch die von ihr angeleitete Praxiseinheit zu den Ölmazeraten, waren professionell und praxisnah, als würde sie das seit Jahren machen. Jacqueline Reiners war ebenfalls neu im Referententeam. Als Teilnehmerin hat sie das Phytoseminar schon über Jahre durch viele Praxistipps bereichert. In ihrem Referat beschäftigte sie sich mit dem Spannungsfeld Öle und Adipositas und kam dabei sicher für manchen Teilnehmer zu unerwarteten Ergebnissen: nicht das Meiden von Ölen und Fetten sondern deren Qualität ist entscheidend, wenn es um Adipositas und das Metabolische Syndrom geht. Diese Erkenntnis zog sich durch das ganze Seminar: die Qualität der Ölgewinnung, das Spektrum der Fettbegleitstoffe und die Fettsäurezusammensetzung bestimmen über die pflegenden und heilenden Eigenschaften eines Pflanzenöls. Dabei konnte in den 2,5 Tagen das große Sortiment der zur Verfügung stehenden Pflanzenöle nur exemplarisch vorgestellt werden. Neben heimischen Ölen aus Haselnüssen, Leinsamen, Raps und Sonnenblume, wurden auch tropische Fette wie Palmfett, Kakao- und Sheabutter vorgestellt. Sogenannte „Wirkstofföle“ wie Calophyllumöl und Schwarzkümmelöl und das als vegane Alternative zum Fischöl geltende Algenöl wurden porträtiert. Von Andrea Tellmann erfuhren wir Interessantes zu Aprikosenkernöl, Avokadoöl, Mandel- und Lorbeeröl. Aus eigener Anschauung berichtete sie über die Anwendung von Sesam- und Kokosöl im Alltag der Inder und in der ayurvedischen Medizin. Das dort traditionelle Öl ziehen mit Sesamöl zur Entgiftung durften wir selbst ausprobieren. Es wurde mittlerweile bei einigen Teilnehmerinnen zum morgentlichen Ritual. In den Praxiseinheiten wurde die Verwendung von Ölen zur Herstellung von Salben, Waschlösungen etc. geübt. Rezepturen aus fetten Ölen mit ätherischen Ölen für verschiedene Indikationen wurden vorgestellt. Eine große Sammlung solcher Rezepturen im Skript motiviert hoffentlich die TeilnehmerInnen auch in Zukunft, Pflanzenölen in Pflege und Therapie den Vorzug vor Mineralölen zu geben. Zwar sind native Pflanzenöle teurer und nicht lange haltbar. Ihre Wirksamkeit ist jedoch bei sehr vielen Indikationen unvergleichlich besser.
Cäcilia Brendieck-Worm

Eine kleine Bildnachlese vom Seminar in Wettelbrunn 2016 finden Sie hier

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Praxisseminar Phytotherapie „Heilkraft heimischer Bäume“ – persönlicher Bericht

Ein Erlebnis der besonderen Art! In einem traumhaften Ambiente trafen wir uns zum Einstieg zu einem Vergnügen für Ohren, Augen und Geschmacksknospen. Alexandra Nadig rief uns in ihrer mitreißend enthusiastischen Art eine Reihe heimischer Köstlichkeiten wieder ins Gedächtnis. Wir hörten, sahen und aßen bzw. tranken von Vielem, was unsere heimische Natur zu bieten hat: Gelees von Holunder, Sanddorn, Hagebutte und Berberitze, Liköre von Schlehe, Walnuss, Holunder, Birkenwasser und Xylit. Frau Nadig erinnerte uns an die Verwendungsmöglichkeiten von Bucheckern und Eicheln und eröffnete uns neue Genussideen in Form von Lindenblütenknospen, jungen Buchenblättern oder Buchenkeimlingen.

Der Samstag begann mit wundervollen Impressionen heimischer Bäume, ihrer Formenvielfalt, Widerstandskraft und Wandlungsfähigkeit im Laufe der Jahreszeiten, vorgestellt von Cäcilia Brendieck-Worm.

Anschließend erfuhren wir von Alexandra Nadig Wissenswertes über die Einsatzmöglichkeiten von Walnuss und Eiche in den Bereichen Gastroenterologie und Dermatologie. Die große Liebe, die sie mit der Natur und ihren Schätzen verbindet und ihre Beschreibungen vom Wirken der Naturkräfte, das sie in ihrer Praxis täglich erlebt, reißt einen regelrecht mit und macht Lust auf mehr.

Cäcilia Brendieck-Worm berichtete über Pappel und Weide. Ihre Einsatzgebiete sind Fieber, Entzündung und Schmerz. Wir erfuhren, dass die Pappel der Hauptrohstofflieferant für die Propolisherstellung der Bienen ist und dass Pappel und Weide neben den genannten Indikationen auch in der Dermatologie eingesetzt werden können. So wirken Pappelzubereitungen juckreiz- und schmerzstillend und lassen sich bei Brandwunden erfolgreich einsetzen.

Während der Vorträge gab es Kostproben von Tees, Tinkturen, öligen Auszügen, getrockneten Drogen und anschließend einen praktischen Teil. Hier stellten wir unter der fachkundigen Anleitung von Andrea Tellmann anhand bewährter Rezepturen Latwergen, Pulvermischungen, Dekokte und Infuse zum Einsatz bei Durchfall aus Walnuss, Eichenrinde, Eibischwurzel, Leinsamen u. a. her. Wir probierten Tee aus frischen und getrockneten Walnussblättern sowie aus gemahlener Eichenrinde, machten „Viehpulver“ für unterschiedliche Indikationen, testeten diese geschmacklich im Selbstversuch sowie an Esel, Hund und Schwein. Wir stellten Pappelsalbe her und probierten Tee aus Lindenblüten und -blättern im Vergleich zum Tee aus der Rinde.

Wir machten Exkursionen in den wundervollen, mit viel Liebe angelegten Gutsgarten und erfuhren Medizinisches, Botanisches, Geschichtliches und Mythisches zu wertvollen Pflanzen wie Holunder, Königskerze, Nachtkerze, Johanniskraut, Melisse, Kapuzinerkresse, Schafgarbe, Huflattich, u. v. m..

Wir hörten von Alexandra Nadig Wissenswertes und praktisch Wertvolles zum Weißdorn. Von Cäcilia Brendieck-Worm bekamen wir ein Update zum Einsatz der Eibe in der Tumortherapie.

Der Sonntag begann mit einem Vortrag zur Rosskastanie und ihrer medizinischen Verwendung. Dem schloss sich eine umfassende Darstellung zum Thema Propolis an, die von allen Teilnehmern mit besonderem Interesse verfolgt wurde. Wegen ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Praxis wurde den Propoliszubereitungen ein eigener Praxisteil gewidmet. Wir fertigten u.a. ein Ohr-Gel zum Einsatz bei akuten und chronischen Otitiden an und ein Zahn-Gel zur Anwendung bei Gingivitiden, Stomatitiden etc..

Nach einem köstlichen Mittagsessen bei herrlichem Sonnenschein taten wir etwas zur Förderung der Durchblutung, in dem wir einen Wacholder-Infus herstellten der selbstverständlich verkostet wurde.

Im anschließenden Vortrag stellte Andrea Tellmann die vielfältigen Einsatzgebiete von Wacholder, Kiefer und anderen heimischen Nadelhölzern vor.
Es folgte die Herstellung eines Rosmarin-Hydrolates mittels Destillation und die Zubereitung von harzhaltigen Zugsalben.
Im Anschluss an einen umfassenden Vortrag zur Esche, vermittelte Alex Nadig neue Erkenntnisse zum Einsatz von Betulin, einem Stoff aus der Birkenrinde, in der Dermatologie. Betulin-Extrakt zeichnet sich aus durch antivirale, antimikrobielle, antioxidative und v. a. antitumorale, gewebeschützende Wirkung. Seine differenzierungsfördernde Wirkung auf Keratinozyten macht Betulin zu einem hervorragenden Mittel bei Aktinischer Keratose.

Ich bin jedes Mal fasziniert von der intensiven familiären und freundschaftlichen Atmosphäre, die getragen wird von der gemeinsamen tiefen Verbundenheit und der aufrichtigen Faszination für die Pflanzenheilkunde. Die Praxisseminare sind dadurch keine notwendige Pflicht sondern vielmehr eine erfreuliche Auszeit, aus der man nicht erschöpft, sondern gestärkt hervorgeht.

Alles in allem wieder einmal eine rund um außerordentlich gelungene Veranstaltung mit viel Praxisbezug und –nutzen.

Yvonne Thoonsen

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Positionspapier des Arbeitskreises Phytotherapie der GGTM

Chancen nicht verpassen – Phytotherapie in Lehre, Forschung und Praxis neu verankern!

Diese Forderung richtet sich an die veterinärmedizinischen Hochschulen, die die Zeichen der Zeit erkennen und die Phytotherapie wieder in die universitäre Ausbildung aufnehmen sollten. Außerdem muss die Forschung zur Phytotherapie intensiviert werden – nicht zuletzt in dem Bestreben, der Resistenzproblematik bei Antibiotika und Antiparasitika entgegen zu treten.

Zudem werden die Standesvertretungen aufgefordert, politischen Einfluss auf nationale und europäische Arzneimittelgesetzgebung zu nehmen, um den praktischen Einsatz sowie die Zulassung von Phytotherapeutika zu erleichtern.

Dies sind die Kernpunkte eines Positionspapiers zur aktuellen Situation der Phytotherapie in der Veterinärmedizin, das der Arbeitskreis Phytotherapie der GGTM zusammen mit der Sektion Veterinärmedizin der Schweizerischen medizinischen Gesellschaft für Phytotherapie (SMGP) und Kolleginnen und Kollegen aus Österreich und den Niederlanden erstellt hat.

Hier finden Sie das Positionspapier zum Lesen.

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Aktivitäten des AK-Phyto

Hier finden Sie eine Bildergeschichte sowie einen persönlicher Bericht, des Phytotherapie Praxisseminares „Heilkraft heimischer Bäume“ 26.-28.06.2015 in Wettelbrunn:
Bildergeschichte Praxisseminar Phytotherapie „Heilkraft heimischer Bäume“


Hier finden Sie eine Bildergeschichte der Heilpflanzenkundlichen Exkursion
auf Zypern im März 2015:
Bildergeschichte Heilpflanzenkundliche Exkursion auf Zypern

Hier finden Sie eine Bildergeschichte vom Praxisseminar „Traditionelle Gewürze als effektive Arzneien – Teil II“ 27.-29.06.2014 in Wettelbrunn:
Teil 1
Teil 2

Hier finden Sie eine Bildergeschichte vom Praxisseminar „Traditionelle Gewürze als effektive Arzneien“ 28.-30.06.2013 in Wettelbrunn:
Bildergeschichte Praxisseminar „Traditionelle Gewürze als effektive Arzneien“

Hier finden Sie eine Bildergeschichte zur Jubiläumstagung
„20 Jahre Veterinärphytotherapie – Jubiläumssymposium“
vom 01. – 03. November 2013 in Kloster Irsee (Allgäu):
Teil 1
Teil 2
Teil 3

Hier finden Sie eine Bildergeschichte vom Praxisseminar „Traditionelle Gewürze als effektive Arzneien“ 28.-30.06.2013 in Wettelbrunn:
Bildergeschichte Praxisseminar „Traditionelle Gewürze als effektive Arzneien“

Hier finden Sie eine Bildergeschichte vom Praxisseminar „Ätherische Öle“ 6.-8.7.2012 in Wettelbrunn:
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4

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Kontakt zu den Leitern des Arbeitskreises

Dr. Cäcilia Brendieck-Wormwww.phyto-fokus.de
Dr. Alexandra Nadig
Dr. Michael Walkenhorst


Artikel erstellt am: 14. Oktober 2010, 13:57