GGTM e.V.

Neuraltherapie

Dr. Christiane Demmrich-Wander – 19.01.2011

Die Neuraltherapie bedeutet die Heilung über das vegetative Nervensystem. Anfangs wurde diese Therapie als Heilanästhesie bezeichnet. Der Begriff „Neuraltherapie“ wurde 1938 von dem Berliner Arzt Dr. v. Roques geprägt. Die Neuraltherapie ist eine ganzheitliche Regulationstherapie. Durch gezielte Injektionen eines örtlichen Betäubungsmittels in erkrankte oder schmerzhafte Gebiete und an bestimmte Stellen, sogenannte Störfelder, kommt es zur verbesserten Durchblutung mit Schmerzausschaltung und zur Störfeldbeseitigung.
Vor 1905 wurden schon viele dieser Heileffekte nach der Injektion von Kokain an Nervenwurzeln beobachtet. Nach der chemischen Synthese von Procain 1905 durch Prof. Einhorn wurde dieses Procain nahezu von allen Ärzten und bei allen Indikationen, besonders bei Schmerzen und Entzündungen sehr erfolgreich eingesetzt. Den Brüdern Dres. Walther und Ferdinand Huneke verdanken wir in diesen Jahren eine geniale Beobachtung, die uns heute als Störfeldtherapie bekannt ist. Zur Injektion an Nerven wird heute auch Lidocain als Neuraltherapeutikum benutzt.
In Deutschland und Österreich gab es ab den 60er Jahren einige Ärzte, die zunehmend diese Therapie bei Tieren einsetzten. Auch in Russland wurde die Methode, besonders bei Rindern, erfolgreich durchgeführt.
Heute gibt es in Deutschland eine Ausbildung in Neuraltherapie für Tierärzte im Rahmen der Weiterbildung Biologische Tiermedizin.