GGTM e.V.

Biophysikalische Methoden

Dr. Heidi Kübler – 21.08.2007

Neben Therapieverfahren mit Medikamenten (wie z.B. Phytotherapie, Neuraltherapie) gibt es noch eine ganze Reihe von Verfahren, bei denen durch technische Geräte bestimmte Signale erzeugt und dem Organismus zugeführt werden. Alle diese Verfahren fasst man unter dem Oberbegriff Biophysikalische Therapieverfahren zusammen.

Dazu gehören:

  • Lasertherapie
  • Magnetfeldtherapie
  • Ozon-Sauerstofftherapie


Lasertherapie ist eine noch verhältnismäßig junge Therapieform. Erst 1960 wurde ein erster funktionierender Laser entwickelt. Heute findet man Laser nicht nur in der Medizin zur Lasertherapie oder Chirurgie. In vielen Lebensbereichen sind sie nicht mehr wegzudenken: Scannerkassen in den Supermärkten, Drucker oder Kopierer, Laser in der Vermessung usw.

Laser ist Energie – genauer gesagt ist es gebündeltes Licht mit besonderen Qualitäten. Ein Laserstrahl hat eine einzige Wellenlänge, streut kaum und hat eine sehr hohe Energiedichte. Er kann also viel Energie auf einen Punkt bringen. Die Anwendung der Laserstrahlen regt im Körper bestimmte Stoffwechselvorgänge an, die aus ADP (Adenosindiphosphat) ATP (Adenosintriphosphat) aufbauen. ATP ist im Organismus der wichtigste Energielieferant, der für sehr viele Stoffwechselprozesse gebraucht wird – wie Benzin für unsere Autos. Weiterhin wirken Laserstrahlen schmerzstillend, indem sie das Ruhemembranpotenzial von Schmerz weiterleitenden Nervenzellen normalisieren. Auch haben sie die Fähigkeit, Blutzirkulation und Zellteilung im Körper anzuregen.

In der Medizin werden Laser nach ihrer Ausgangsleistung eingeteilt in Soft-, Mid- und Powerlaser. Für die Chirurgie werden Powerlaser mit Wellenlängen bis zu 10.600 nm (Kohlendioxid-Laser) und Leistungen bis zu 100 W eingesetzt als „Lichtskalpelle“, die ein exaktes Schneiden ermöglichen. Für die Lasertherapie werden Soft- und Midlaser mit Wellenlängen von 630-904 nm und Leistungen von 0,5 mW bis 999 mW eingesetzt. Die Behandlung selbst ist völlig schmerzlos und führt nur zu einer geringen Erwärmung des Gewebes.

Die Lasertherapie hat sich bewährt bei folgenden Einsatzgebieten:

  • Schmerzlinderung bei akuten und chronischen Schmerzzuständen bei oder nach Prellungen, Zerrungen oder Nervenwurzelreizungen
  • Wundheilung nach Verletzungen, Operationen
  • Behandlung von Nervenverletzungen
  • degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie z.B. Arthrosen
  • Muskel-, Sehnen-, oder Bändererkrankungen
  • Hauterkrankungen mit Geschwüren
  • chronischen Ohren- oder Mundschleimhautentzündungen

Doch gibt es auch Bereiche, in denen die Lasertherapie nicht eingesetzt werden darf, weil sie die bestehenden Probleme auch verschlimmern kann:

  • Bestrahlung von Augen, Schilddrüse und weiteren Hormondrüsen
  • Behandlung wachsender Knochen beim jungen Tier
  • Bestrahlungen im Kopfbereich bei Neigung zu Epilepsie
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit, Hautschäden durch UV-Licht oder Bestrahlung (Sonnenbrand)
  • Krebserkrankungen

Sehr genau abgewogen werden muss der Einsatz von Lasertherapie bei:

  • trächtigen Tieren
  • großflächigen Unterhautentzündungen
  • großflächigen Blutergüsse

Wie jede Therapieform hat die Lasertherapie ihre Einsatzgebiete und ihre Grenzen. Für die Augen beziehungsweise für die Netzhaut kann das stark gebündelte Laserlicht extrem gefährlich sein. Deshalb sollte eine Lasertherapie nur nach eingehender Untersuchung und Diagnosestellung durch den Tierarzt erfolgen.


Magnetfeldtherapie wurde bereits in der Antike angewandt in Form von Magneteisenstein, der über schmerzende Stellen gestrichen wurde. Im Mittelalter arbeitete Paracelsus viel mit Magneten bei unterschiedlichsten Erkrankungen. Im 18. Jahrhundert konnte der Wiener Arzt F.A. Mesmer (1734 bis 1815) mit Magneten vielfältige Heilungen erzielen. Da er einen wissenschaftlichen Wirkungsnachweis nicht erbringen konnte, geriet diese Therapieform nach ihm lange Zeit in Vergessenheit. In den vergangenen 35 Jahren wurden intensive Untersuchungen zur möglichen Wirkung von Magnetfeldern durchgeführt.

Man hat herausgefunden, dass die Kommunikation in unserem Körper mithilfe von elektromagnetischen Signalen (sog. „Biophotonen) stattfindet. Die Grundsubstanz als zentrales Medium zur Steuerung von Stoffwechsel- und Entgiftungsprozessen ist quasi ein „drahtloses Informationsnetz“. Sie steuert durch Biophotonenaustausch pro Sekunde über 100.000 lebenswichtige Funktionen jeder einzelnen der circa 80 Billionen Zellen eines Menschen.

Die Magnetfeldtherapie arbeitet auf dieser Kommunikationsebene des Organismus und kann regulierend auf die Vielzahl von elektromagnetischen Vorgängen einwirken. Mit pulsierenden Magnetfeldern kann das Immunsystem aktiviert, Heilungskräfte beschleunigt und die Körperentgiftung angeregt werden.

Zum Einsatz kommen sehr unterschiedliche Geräte, die mit starken oder schwachen Magnetfeldern arbeiten. Allgemein schreibt man der Magnetfeldtherapie folgende Wirkungen zu:

  • Stärkung und Ausgleich des Immunsystems bei Infekten und Allergien
  • Schmerzlinderung und Schmerzreduzierung bei Muskelverspannungen, Nervenschmerzen oder Gelenkerkrankungen
  • verbesserte Sauerstoffversorgung von Zellen und dadurch Anregung von Zellteilungsprozessen und Wachstum von Gewebe
  • Harmonisierung des vegetativen Nervensystems bei nervösen Tieren
  • Steigerung der Leistungsfähigkeit

Magnetfeldtherapie wird bei Tieren besonders bei folgenden Problemen eingesetzt:

  • verzögerte Knochenheilung bei Brüchen
  • Wundheilung, Wundheilungsstörungen
  • Probleme mit dem Bewegungsapparat wie z.B. Zerrungen, Prellungen, Arthrosen, Sehnen-, Muskel- oder Schleimbeutelentzündungen
  • Aktivierung von Heilungsprozessen bei chronischen Erkrankungen
  • Stoffwechselaktivierung
  • Ausleitung, Entgiftung

Natürlich gibt es auch Bereiche, in denen eine Magnetfeldtherapie mehr schaden als nützen kann. Sie sollte auf keinen Fall eingesetzt werden bei schweren Infektionen, bei fortgeschrittenen Organerkrankungen wie z. B. Herz oder Niereninsuffizienzen, bei akuten fieberhaften Infekten, bei Pilzerkrankungen und während der Trächtigkeit. Menschen mit Herzschrittmachern oder Insulinpumpen sollten sich von Magnetfeld-Therapiegeräten sicherheitshalber fern halten.

Wie jede Therapieform hat die Magnetfeldtherapie ihre Einsatzgebiete und ihre Grenzen. Gerade bei bisher unerkannten Organinsuffizienzen kann es durch den Einsatz der Magnetfeldtherapie zu einer Verschlechterung kommen. Deshalb sollte eine Magnetfeldtherapie nur nach eingehender Untersuchung und Diagnosestellung durch den Tierarzt erfolgen.


In der Ozon-Sauerstofftherapie wird dem Organismus ein Gemisch aus Ozon und Sauerstoff zugeführt. Ozon selbst ist ein aggressives Gas. Als Ozonschicht der Atmosphäre, die den Menschen vor Schäden durch UV-Bestrahlung schützt, ist es bekannt. Ozon ist eines der stärksten bekannten Oxidationsmittel, das wir kennen. In einer Konzentration von 30-100 μg/ml hat es keimtötende bzw. –inaktivierende Wirkung, bei niedrigeren Konzentrationen von 1-30 μg/ml hat es eine restituierende und durchblutungsfördernde Wirkung.

Um Ozon zu erzeugen, wird in einem Ozongenerator Sauerstoff (O2) Energie in Form elektrischer Ladung zugeführt, um daraus Ozonmoleküle (O3) herzustellen. Allerdings ist Ozon nicht sehr stabil und muss unmittelbar nach seiner Herstellung angewandt werden.

In der Humanmedizin wird Ozon sehr häufig als Infusion mit Eigenblut angewandt bei arteriellen und venösen Durchblutungsstörungen.

In der Tiermedizin beschränkt sich die Anwendung eher auf die Ozon-Begasung von schlecht heilenden Wunden, Fisteln, Geschwüren oder Hautpilzerkrankungen.