GGTM e.V.

Forschungspreis 2010

Preise für hochwertige Forschung zur Wirksamkeit der Veterinär-Homöopathie

Die Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin e.V. (GGTM) hat zwei Tierärztinnen mit dem GGTM-Forschungspreis ausgezeichnet. Die prämierten Arbeiten untersuchten Aspekte der Anwendung und Wirksamkeit der Homöopathie beim Rind bzw. Schwein. Die Preise, mit insgesamt 5.000 Euro dotiert, wurden am 9. April 2010 im Rahmen des 10. Internationalen Kongress für Ganzheitliche Tiermedizin in Nürnberg verliehen.
Während das Interesse für naturheilkundliche Therapieformen bei Hobbyhaltern ohnehin stetig wächst, haben diese in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung besondere konkrete Bedeutung: Europaweit gilt für tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Milch und Eier, dass sie nur dann das Siegel „Bio/Öko“ tragen dürfen, wenn nur sehr begrenzt chemisch-synthetische Arzneimittel und Antibiotika bei den Nutztieren angewendet wurden.

Dr. Christina Werner, Universität Kassel, erhielt den Preis für ihre Klinische Kontrollstudie zum Vergleich des homöopathischen und chemotherapeutischen Behandlungsverfahrens bei der akuten katarrhalischen Mastitis des Rindes. In der randomisierten Studie wertete sie 147 akute katarrhalische Mastitiden von vier Milchviehbetrieben aus, bei denen die Kühe chemotherapeutisch, homöopathisch oder mit einem Placebo behandelt wurden. Bei allen Mastitiden unabhängig eines bakteriologischen Erregernachweises, gab es nach vier und acht Wochen keinen Unterschied in der Heilungsrate der chemotherapeutisch oder homöopathisch behandelten Tiere – dabei war bei beiden Versuchsansätzen die Rate nach acht Wochen signifikant besser, als nach Verabreichung eines Placebos. Frau Werner belegt mit ihren Ergebnissen die Wirksamkeit der Homöopathie für diese Indikation; sie weist aber auch darauf hin, dass eine umfassende Diagnostik grundlegend ist. Die Arbeit wurde finanziert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Dr. Mary-Ann Sommer, Melle, erhielt den Preis für ihre Dissertation Epidemiologische Untersuchungen zur Tiergesundheit in Schweinezuchtbeständen unter besonderer Berücksichtigung von Managementfaktoren und des Einsatzes von Antibiotika und Homöopathika. Sie erfasste retrospektiv über zwei Jahre Daten von 36 Sauen haltenden Betrieben und wertete diese aus nach einem Herdengesundheitsscore (Leistungsdaten, Gesundheitsstatus, Einsatz von Antibiotika) verbunden mit Management-Aspekten und dem Einsatz von Homöopathika. Acht besonders „homöpathisch orientierte“ Betriebe zeichneten sich durch höhere Herdengesundheit, laut den verwendeten Herdengesundheitsscores, aus und sind Hinweis darauf, dass ein hoher Einsatz von Homöopathika einhergehen kann mit vergleichsweise besserer Leistung und Tiergesundheit bei vermindertem Einsatz von Antibiotika. Ebenso wie bei schulmedizinischer Behandlung muss auch die homöopathische Therapie durch ein gutes Management gestützt sein, um einen hohen Gesundheitsstatus aufrecht zu erhalten. Interessant ist dabei die Beobachtung, dass sich die Betriebsleiter dieser acht Betriebe sehr engagierten und regelmäßig Frauen in den Ställen mitarbeiteten. Die Arbeit entstand im Rahmen der Promotionsförderung der Karl und Veronica Carstens-Stiftung.

Die GGTM hat ihren Forschungspreis 2010 zum zweiten Mal vergeben – nach einstimmigem Votum der Jury für die Aufteilung des Preises auf die zwei Arbeiten. Kriterien für die Preisvergabe sind wissenschaftliche Qualität, Kreativität und Originalität der Arbeit sowie ihre Relevanz für die tierärztliche Praxis. Der nächste GGTM-Forschungspreis wird mit Bewerbungsfrist zum 31.12.2012 ausgeschrieben.

Die Verleihung des Preises erfolgte im Rahmen des „10. Internationalen Kongress für Ganzheitliche Tiermedizin“, der vom 9. bis zum 11. April 2010 in Nürnberg stattfand mit dem Schwerpunktthema „Jungtiere – Ganzheitliche Interventionen bei Entwicklungsstörungen“. Mit 250 Teilnehmern aus mehreren Ländern war der Kongress 2010 wiederum der jährliche Treffpunkt für ganzheitlich therapierende Tierärzte.

Die GGTM ist die deutschsprachige Fachgesellschaft für ganzheitlich und regulationsmedizinisch tätige und forschende sowie biologisch interessierte Tierärzte/-innen. Sie versteht sich als Interessengemeinschaft für alle Belange der ganzheitlichen Tiermedizin in Praxis und Wissenschaft.


Dr. Heidi Kübler mit Preisträgerin Dr. Christina Werner


Dr. Heidi Kübler mit Preisträgerin Dr. Mary-Ann Sommer


Dr. Heidi Kübler mit den Preisträgerinnen


Juroren und Preisträgerinnen



Artikel erstellt am: 30. Juli 2009, 13:50