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Homöopathie Einführungsseminar an der Justus Liebig Universität Gießen

Homöopathie Einführungsseminar an der Justus Liebig Universität Gießen






Zum zweiten Mal nach 2014 fand am 14. April 2018, mit Zustimmung des Dekans, ein Einführungsseminar für Studierende der Veterinärmedizin in die Homöopathie statt.
20 Studierende fanden sich an diesem sonnigen Tag, im großen Hörsaal der Physiologie an der Justus Liebig Universität ein, um sich über die Homöopathie zu informieren. Einige berichten von ihren beobachteten Erfahrungen mit der Homöopathie, von ihrer Wirkung und sie wollten Näheres erfahren, da die eigenen Beobachtungen nicht mit der öffentlichen Berichterstattung zusammenpassen.
Zunächst eröffneten wir mit einer Einführung in die Homöopathie in klassischer Vortragstechnik das Seminar. Die Studierenden bekamen einen Überblick über die Denk- und Arbeitsweise in der Homöopathie. Viele klärende Fragen wurden gestellt und der offene Dialog stand im Vordergrund.
Danach wurde ein Studierenden-zentriertes Lernformat eingesetzt, das Problem Orientierte Lernen, das von der erfahrenen Ärztin Ulrike Fröhlich, organisiert worden war. Die beiden Dozierenden wechselten in die Funktion von Tutorinnen und die Studierenden teilten sich in fünf Arbeitsgruppen auf. Das sorgfältig vorbereitete Seminar war hervorragend ausgestattet. Die Hahnemann-Gesellschaft hatte einen Teil ihrer Lehrbibliothek des Dreimonatskurses zur Verfügung gestellt, sodass die Studierenden aus dem Vollen schöpfen konnten, um ihren ersten Paper Case zu bearbeiten.
Es ging um den verletzten Airedale Terrier Biene, der nach dem Toben lahmte. Nach den konventionell medizinischen Differentialdiagnosen, dem Abwägen der eventuell notwendigen diagnostischen Interventionen, begannen die Studierenden die individuellen Krankheitszeichen von Biene wahrzunehmen und fanden in der homöopathischen Arbeitsweise die Möglichkeiten, diese zusätzlichen Informationen auch therapeutisch zu nutzen.
In Symptomenverzeichnissen, den Repertorien, recherchierten sie die Symptome. Dort fanden sie dann hinter jedem die Abkürzungen der Gruppe an Arzneimitteln, die dieses Symptome in der Arzneimittelprüfung gezeigt hatten oder in der klinischen Anwendung einen Bezug dazu zeigen. Nach der Auswertung der Repertorisation erfolgte das vergleichende Materia medica Studium, wobei den Studierenden bewusst wurde, dass hier die auslösende Causa für das Lahmen, das Trauma, höher zu werten war, als die individuellen, sonderlichen, charakteristischen Symptome (§153), die beim Differenzieren unter den Verletzungsarzneien halfen.
Bei der Bearbeitung des zweiten Paper Cases gingen ganz viele Arbeitsschritte schon rascher von der Hand und es war für uns beeindruckend zu sehen, mit welchem Engagement, welcher Klarheit und Konzentration die angehenden Kolleginnen und Kollegen bei der Sache waren.
Danach wurden, zurück im Hörsaal, wichtige Verletzungsmittel besprochen.
Abgerundet wurde das Seminar durch eine Übersicht zum aktuellen Forschungsstand in der Homöopathie, durch Ulrike Fröhlich. Es wurde auf den Forschungsreader der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie, der WissHom hingewiesen und auf das Homeopathic Research Institute HRI, als zuverlässige Quelle zu allen wissenschaftlichen Fragen zur Homöopathie. Das Format hierbei war eine offene Diskussionsrunde, in welche alle Anwesenden ihren Input dazu gaben.
Die beiden Dozierenden wurden mit einem leckeren, von den Studierenden hergerichteten, Seminarbüffet verwöhnt. In den vielen persönlichen Gesprächen in den Pausen wurde deutlich wieviel Interesse unter den Studierenden für ganzheitliche Therapiemethoden, in unserem Fall für die Homöopathie, besteht.
Das Projekt wurde unterstützt und umgesetzt vom Arbeitskreis Homöopathie der Gesellschaft für ganzheitliche Tiermedizin mit dem Support der Hahnemann-Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft homöopathisch arbeitender Ärztinnen und Ärzte, eingeschlossen Veterinäre.

Dr. Maleen Schaumburg



Artikel erstellt am: 17. April 2018, 15:56