GGTM e.V.

Kongressrückblick 17. IKGT

17. Internationaler Kongress für Ganzheitliche Tiermedizin
21. – 23. April 2017, Nürnberg



Hauptveranstaltung

- folgt in Kürze


Seminarbericht East meets West 2017

Im diesjährigen Seminar standen die endokrinologischen Störungen und ihre Beeinflussung durch Arzneipflanzen aus Ost und West im Mittelpunkt. Drei Bereiche wurden dabei näher beleuchtet:
- der Funktionskreis Schilddrüse mit den Krankheitsbildern Hypothyreose (Hund) und Hyperthyreose (Katze),
- Störungen im Regelkreis Hypothalamus – Hypophyse – Nebennierenrinde mit den Krankheitsbildern Morbus Cushing und Morbus Addison beim Kleintier und dem Equinen Cushing-Syndrom, sowie
- der Komplex der Energiestoffwechselstörungen, speziell Diabetes und Metabolisches Syndrom bei Kleintier und Pferd.
Ein weiteres Mal konnten wir dabei von der Synthese aus westlich geprägter Wissenschaftlichkeit und traditioneller östlicher Diagnostik am Patienten profitieren. Das allumfassende System des Yin und Yang erweist sich gerade im fein austarierten Miteinander von Hormonen und Botenstoffen als ideales Erklärungsmodell für die komplexen Zusammenhänge im Organismus. Insbesondere subklinische oder geringgradige endokrinologische Störungen, die sich labordiagnostisch (noch) nicht eindeutig zeigen, lassen sich phytotherapeutisch sehr gut regulieren. Doch auch in fortgeschrittenen Fällen kann Phytotherapie zur Verbesserung der Situation beitragen. Die TCM verfügt hier über bewährte Arzneipflanzen-Rezepturen, deren erfolgreiche Anwendung am Kleintier Katrin Noack mit ihren Fallbeispielen eindrucksvoll belegen konnte. Aus dem Repertoire östlicher Kräuteranwendung haben Arzneipflanzen wie Ginkgo, Zimt und insbesondere der Ginseng längst ihren Weg in die westliche Medizin gefunden. Sie werden jedoch in der TCM wesentlich differenzierter angewendet, was sich westlich orientierte Therapeuten durchaus zum Vorbild nehmen könnten, um ihre Therapie-Erfolge zu verbessern. Doch auch traditionsreiche westliche Heilpflanzen wie Mariendistel, Artischocke, Bockshornkleesamen, Mönchspfeffer oder kaum noch gebräuchliche Heilpflanzen wie Hohlzahn und Hirtentäschel lassen sich im Bereich endokrinologischer Störungen nach den Kriterien der TCM erfolgreich einsetzen. Sabine Vollstedt zeigte dies an Fallbeispielen aus der Pferdepraxis. Dazu ist es nötig, die Heilpflanzen einmal aus traditionellem, nämlich dem heute noch in der TCM gebräuchlichen Blickwinkel zu betrachten und sie nach ihren Qualitäten wie wärmend, kühlend, trocknend oder befeuchtend zu beurteilen. Werden zusätzlich die nach wissenschaftlichen Maßstäben wichtigen, auf Inhaltsstoffe bezogenen pharmakologischen Wirkungen berücksichtigt, so lassen sich auch aus heimischen Kräutern nach westlichem Verständnis plausible Rezepturen zusammenstellen. Dabei geht es grundsätzlich darum, den Organismus mit derartigen Rezepturen darin unterstützen, sein Gleichgewicht wieder zu finden.
Gerade in der Therapie der komplexen Störungen wie etwa dem Metabolischen Syndrom zeigen sich die besonderen Vorzüge der Phytotherapie: die vorgestellten Arzneipflanzen aus Ost und West haben ein breites Wirkspektrum. Richtig kombiniert lassen sich mit Arzneipflanzenzubereitungen sowohl Verdauungsschwäche als auch Darmträgheit, Adipositas, Dyslipidämie, Glukoseverwertungsstörungen, Fettleber und Herzkreislaufprobleme angehen. Konventionelle Pharmakotherapie führt dagegen bei komplexen Störungen zwangsläufig zur Polypharmazie, da sie i.d.R. auf Mono-Target-Wirkung optimierte Arzneimittel verwendet, die jeweils nur Teilbereiche beeinflussen. So wächst mit der Komplexität der Erkrankung die Zahl der Medikamente und dadurch die Gefahr unberechenbarer Interaktionen zwischen ihnen. Phytotherapeutika sind nicht nur vielseitig wirksam sondern auch gut verträglich und damit auch für die Dauer- und Langzeitanwendung geeignet. Dass dies für Synthetika nicht unbedingt gilt, legte Cäcilia Brendieck-Worm für das bei der Hyperthyreose der Katze konzipierte Thiamazol dar: z.T. schwere Nebenwirkungen führen zum Ausschluss von Patientengruppen und zu Gegenanzeigen (tragende, laktierende, Niereninsuffiziente etc.). Anwender müssen sich aufgrund des Verdachts der Teratogenität von Thiamazol und auch bei eigenen Schilddrüsenproblematiken speziell schützen und es muss von einer Umweltbelastung über die Ausscheidungen der Katze ausgegangen werden. Der Versuch, der hyperthyreoten Katze mithilfe von Arzneipflanzenrezepturen zu helfen, ist demnach durchaus legitim und erfahrungsgemäß in vielen Fällen erfolgreich. Vom Phytotherapeuten wird dabei sowohl fundierte Kenntnis der endokrinologischen Zusammenhänge verlangt, als auch Wissen um die Wirkmechanismen der Pflanzen. Die Aufgabe, diese im Rahmen des Seminars logisch und verständlich darzulegen, übernahm Sabine Vollstedt. Dabei rückten immer wieder Themen wie Haltungsbedingungen, Futtermittel und Fütterungspraktiken sowie spezielle Medikationen (z.B. mit NSAID) mit ihren potentiellen Schadwirkungen in den Fokus. Hierüber kam es zum regen Erfahrung- und Meinungsaustausch zwischen Referentinnen und Seminarteilnehmern, wodurch viele weitere Aspekte auftauchten, auf die einzugehen sich sicher gelohnt hätte. Vielleicht bietet uns eine weitere Auflage von East meets West im kommenden Jahr die Chance, das ein oder andere aufzugreifen.

Dr. Cäcilia Brendieck-Worm


Homöopathie

Dem sehr komplizierten und komplexen Themengebiet der Störungen im hormonellen Regelsystem stellten sich zum 17. IKGT-Kongress in Nürnberg eine neue und junge Mannschaft homöopathischer ReferentInnen. Gewohnt sicher und kollegial führte Dr. Bernhard Hornig durch die vielfältige Materie. Das von ihm geschaffene angenehme Kursklima lud wie jedes Jahr zum Diskutieren, Schmunzeln und Arbeiten ein.
Dr. Ines Kitzweger als erfahrene Referentin des EAVH referierte über Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane und – für viele Kollegen im Auditorium war es Neuland – über Sarkoden und deren hormonähnlichem Einsatz in der Homöopathie.
Beatrice Milleder, homöopathisch arbeitende Tierärztin aus München und Nationalsekretärin der IAVH, schilderte lebendig Erfahrungen aus ihrem Praxisalltag: sie spann in mehreren Vorträgen den Bogen homöopathischer Einsatzmöglichkeiten von Kastrationsfolgen, Erkrankungen der Schilddrüse bis hin zu Hypersexualität bei männlichen Kleintieren. In den praxisnahen Beispielen zeigte sie ehrlich auch die Grenzen der Homöopathie auf.
Dr. Christine Bernt, Tierärztin aus Neudrossenfeld, ebenso wie für Dr. Carolin Ruoss (München) und Dr. Christel Henniger (Steinbach) gaben ihr Debut als homöopathische Referentinnen vor großem und versiertem Publikum im größten Saal des Caritas-Pirckheimer-Hauses. Dr. Bernt hielt zwei Vorträge über Scheinträchtigkeit mit Lactatio falsa und über endokrine Pankreaserkrankungen. Ihre Gegenüberstellung der Differenzialarzneien stießen auf positive Resonanz. Dr. Ruoss präsentierte die Arzneibilder von Pulsatilla und Sepia sehr anschaulich und einprägsam. Dr. Henniger sprach über die homöopathische Behandlung bei Prostatahypertrophie und beleuchtete besonders die pathophysiologischen Aspekte. Ihre umfassende und konzentrierte Darstellung dieses Themas verlangte höchste Konzentration bei den Zuhörern.
Nach eineinhalb Tagen anspruchsvoller homöopathischer Thematik war im letzten Beitrag plötzlich voller Körpereinsatz der Teilnehmer gefragt. Die von Dr. Gisela Bolbecher humoristisch vorgestellte Kommunikationstrainerin Frau Britta Olsen schloss mit einem spritzigen und lebendigen Erlebnisvortrag zum Thema „Überzeugende Gesprächsführung mit Tierbesitzern“ das Seminar.
Der neu gegründete Arbeitskreis der GGTM eV., Homöopathie war stolz darauf, so viele Referentinnen für den Kongress 2017 stellen zu können. Später wurden innerhalb des Arbeitskreises die in der Evaluation genannten Kritikpunkte ausführlich diskutiert und in der Programmplanung zum IKGT-Kongress 2018 beherzigt.

Dr. Bernhard Hornig


Workshop

- folgt in Kürze


Homöopathische Komplexmittel in der Behandlung von Endokrinopathien

Am Freitag, den 21. April, fand zum zweiten Mal in dieser Form ein Seminar über homöopathische Kombinationsmittel statt. Dieses Mal wurde von unterschiedlichen Seiten die Behandlung endokrinologischer Erkrankungen und Problemen beleuchtet.
Im ersten Vortrag von Rüdiger Rudat wurden Grundlagen zur Anthroposophie vorgestellt, z.B. die funktionelle Dreigliederung und die vier Wesensglieder des Organismus. Aufbauend hierauf wurde auf die besonderen PlantaVet-Kompositionspräparate im Hinblick auf die anthroposophische Heilmittelfindung eingegangen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei den homöopathisch aufgearbeiteten Organpräparaten, der sogenannten Organotherapie. Anhand von klinischen Fallbeispielen wurden unterschiedliche Endokrinopathien besprochen, deren Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt und dabei der Blick auf die ganzheitliche Betrachtung und praktische Umsetzbarkeit geübt.
Susanne Tritt erläuterte im zweiten Teil die unterschiedlichen Möglichkeiten, mit den Heel-Präparaten in die Stoffwechselvorgänge der Zellen und Organe einzugreifen. Ausgehend von der Sechs-Phasen-Tabelle nach Dr. Reckeweg wurden die mitunter langen Pathogenesen endokrinologischer Erkrankungen aufgezeigt und die Dringlichkeit der ganzheitlichen Betrachtung und unterstützenden Behandlung herausgestellt. Dabei wurden den Teilnehmern Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur anthroposophischen Betrachtungsweise deutlich. Gleichzeitig wurde von den Referenten betont, dass eine Kombination der Präparate aus den unterschiedlichen Häusern durchaus möglich ist und damit die therapeutischen Möglichkeiten des Einzelnen sinnvolle Ergänzungen finden.
Der letzte Vortrag von Doris Richtsteig galt der Betrachtung der Kombinationsmittel von Firma Ziegler. Ein besonderes Augenmerk lag auf den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Präparate rund um die Geburt und bei gynäkologischen Problemen bei Nutztieren, insbesondere Milchvieh. Auch die Behandlung von endokrinologischen Erkrankungen der Kleintiere wurde angesprochen und entsprechende Therapiemöglichkeiten aufgezeigt.
Rege Diskussionen während und zwischen den Referaten mit Input auch von Seiten der Teilnehmer rundeten das Seminar ab.

Dr. Rüdiger Rudat


Seminarbericht Verhalten

Zum dritten Mal fand ein Kooperationsseminar zwischen der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und- therapie und der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin statt. Passend zum Kongressthema ging es diesmal um die Zusammenhänge zwischen Hormonen, Erkrankungen des Hormonsystems und Verhaltensproblemen. Nach dem Einführungsvortrag von Frau Müller zur Endokrinologie gab Goncalo Graca Pereira einen Überblick über die Zusammenhänge zwischen Endokrinologie und Verhalten. Im Anschluss wurden interaktiv und in Kleingruppen Fallbeispiele bearbeitet. Hierzu wurde der Fall zunächst mit Vorbericht und Videos vorgestellt. Dann wurden in den Kleingruppen weiterführende Fragen an den Tierhalter, Differentialdiagnosen und erforderliche Untersuchungen erarbeitet. Die Besprechung und die Auflösung des Falls erfolgten dann wieder mit allen Teilnehmern gemeinsam. Daniela Zurr stellte erste Erfahrungen mit Dexmeditomidin (Sileo) vor. Im Anschluss erfolgte eine Diskussion der Erfahrungen der Teilnehmer. Die zweite Hälfte des Seminars wurde von Maya Bräm-Duve bestritten. Sie stellte den aktuellen Stand zur Hypothyreose des Hundes und die Bedeutung in der Verhaltensmedizin dar. Ihre sorgfältige Analyse der vorhandenen Literatur zeigte, dass es wenig wissenschaftlich fundierte Kenntnisse zur subklinischen Schilddrüsendysfunktion und den damit im Zusammenhang stehenden Verhaltensproblemen gibt. Es herrschte Einigkeit darüber, dass es dieses Krankheitsbild gibt, aber deutlich seltener auftritt, als es in manchen Internetforen und von manchen Hundetrainern behauptet wird. Das diagnostische und therapeutische Vorgehen wurde zwischen den Teilnehmern lebhaft und konstruktiv diskutiert. Da es durch die Zunahme der Fütterung von rohen oder selbstgekochten Rationen immer wieder zu einer massiven Unter- oder Überversorgung mit Jod und anderen Spurenelementen und zu einer unkontrollierten Zufuhr von Schilddrüsenhormonen (z. B. Schlundfütterung) sollte bei allen Verdachtsfällen einer Schilddrüsen-dysfunktion eine sorgfältige Fütterungsüberprüfung erfolgen. Eine Zusammenarbeit zwischen Verhaltenstierärzten und regulationsmedizinisch arbeitenden Tierärzten ist anzustreben, um eine ganzheitliche Betreuung der Hunde sicher zu stellen. Es besteht dringender Forschungsbedarf und es bleibt zu hoffen, dass sich die tiermedizinischen Fakultäten diesem Thema in den nächsten Jahren wieder widmen werden, da die Forschung hierzu in den letzten Jahren zum Erliegen gekommen ist.

Dr. Daniela Zurr


Energetische Tiermedizin: Geopunktur für Tiere – Seminartag mit Siegfried Prumbach

In seinem spannenden Tagesseminar erklärte S.P. die Entfaltung der alles Leben durchdringenden, seelischen Wirkkräfte in Form von archetypischen Symbolen. Sie sind das, „… was die Welt im Innersten zusammenhält.“ (Goethe) und sie folgen einer kosmischen Ordnung, die in den alten Kulturen als Lebensräder bezeichnet wurden. Im Rad des Lebens, wie Prumbach dieses Prozessmodell nennt, können auch die fünf parallel zueinander existierenden Ebenen des Bewusstseins abgelesen werden. Zur Diagnosefindung erklärte S.P. den Archetypensteinkreis und demonstrierte dessen Handhabung in einfachen Testverfahren. Staunend lauschten die begeisterten TN den Ausführungen.
Es folgten Erläuterungen zu den unterschiedlichen Bewusstseinsebenen: Zu wissen, auf welcher Ebene die pathologischen Prozesse entstanden sind, ist für die positive Veränderung in einem Krankheitsverlauf ausschlaggebend. Speziell kreierte Steintestsets bieten einen einfachen Weg, Bewusstseinsebenen zu diagnostizieren.
Im Verlauf des Tages konnte klar herausgearbeitet werden, welchen entscheidenden Einfluss der Ort auf alle lebendigen Systeme hat und welche Kräfte in unser Leben hinein wirken. Hierbei spielen, neben vielen anderen Faktoren, geologische Grundstrukturen, Formen, Proportionen und Symmetrien eine entscheidende Rolle. Der Ort prägt jeden, Mensch und Tier, Pflanze und Stein und für eine fundierte, langfristige Heilung sollte der Therapeut die Geopunktur genannte Therapie des Ortes, die eigene Praxis, die Gehöfte und Stallungen mit einbeziehen.
Siegfried Prumbach hat die Geopunktur entwickelt, um mit einfachen Mitteln in diesem komplexen Feld Heilimpulse setzen zu können. Mit heiterer Gelassenheit erzählte er spannende Anekdoten aus dem Leben eines Geomanten und unterstrich so anschaulich die theoretischen Darlegungen. Abschließend führte er noch einige Tests mit Probanden aus der TN Gruppe durch und interpretierte mit sensiblem Einfühlungsvermögen umsichtig die Ergebnisse und erläuterte die möglichen Therapieansätze. Wiederholte Tests für den tierärztlichen Praxisbereich rundeten das Programm ab. Die Zeit war knapp, das Interesse groß, sodass der Wunsch nach weiteren tiefgreifenden Workshops mit zusätzlichen, für die Praxis umsetzbaren Testmöglichkeiten entstand. Die Planung ist bereits im Gange. Am Ende möchte ich mich mit einem Zitat von S.P. für diesen vielschichtigen, gehaltvollen und bereichernden Kurs mit wertvollem Einblick in Vorgänge und Zusammenhänge unseres lebendigen Systems Erde bedanken:
„Jeder der glaubt, die Erkrankungen unserer Haustiere habe nichts mit uns selbst zu tun, leidet unter Realitätsverlust. Solange wir von unseren eigenen leiblich-sinnlichen Anteilen und das heißt auch von der Erde getrennt sind, werden unsere Haustiere die Projektionsfläche unserer Defizite sein.“ Siegfried Pumbach.

Anke Domberg


Bericht über den Kurs „Wasser“

Die Teilnehmer des Kurses wurden über die vielfältigen Wirkungen des Wassers außerhalb und innerhalb des Körpers informiert. Insbesondere über die Konsequenzen bei schlechter Qualität und Sauerstoffmangel.
Dr. Schabel referierte über die physikalischen Eigenschaften von Wasser und dessen Struktur, die nötig ist, dass Wasser im Körper seine vielfältigen Aufgaben erfüllen kann. Die Einwirkung von Einflüssen wie freie Radikale und die nötige Gabe von Antioxidantien wurde erklärt. Weiterhin wurde der molekulare Aufbau der Grundmatrix dargestellt und das Zusammenspiel dieser Moleküle mit strukturiertem Wasser bei der Versorgung und Entsorgung der Parenchymzellen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Darstellung der Informationsübertragung bei der Reizleitung im Körper und den dabei auftretenden Veränderungen im Molekularaufbau des Wassers. Zudem stellte Dr. Schabel die Zusammenhänge von Wassermangel und Schmerzentstehung vor.
Herr Roland Plocher ging speziell auf die Reinigungsfunktionen der Zellen mittels vitalen Wassers ein. Getreu dem Leitspruch: Ursachen behandeln statt Symptome bekämpfen stellte er uns sein von ihm entwickeltes System zur vitalen Informierung vor. Dieses faszinierende System ermöglicht neben vielen anderen Möglichkeiten die Übertragung von Sauerstoff als Information auf Patienten. Genauso gut funktioniert das auch für die Bodenaufbereitung bzw. zur Verhinderung von Wasserstrukturverlusten beim Transport in Wasserrohren u.v.a. Herr Plocher konnte mit seinen Ausführungen sehr positive Problemlösungen vermitteln, mit denen zukünftig unsere Umweltlasten sauber und effizient saniert werden können. Dieses System, das seit 35 Jahre in der Praxis angewendet wird, sollte gerade von Tierärzten bei Planungen von Sanierungen im Agrarbereich und zur Therapie von kranken Tieren viel mehr Beachtung erhalten.
Prävention Grundwasserschutz. Monika Junius, demonstrierte an zahlreichen Beispielen wie schutzbedürftig die Grundwasservorkommen sind. Im Umgang mit Arzneimitteln und deren Umweltauswirkungen, gibt es noch viele offene Fragen. Arzneimittel können über Gülle/Dung ausgetragen werden.
Ebenso wurde die bundesweite Nitratproblematik besprochen. Oberflächengewässer und Grundwasser sind in einigen Regionen extrem belastet mit steigender Tendenz.
Die Nitratgrenzwerte im Trinkwasser von 50 mg/l werden vielfach überschritten.
Gülle/Dung, an sich ein wertvoller Rohstoff, gefährdet aber durch Fäulnisprozesse (anaerob) Tierbestände und Wasser. Tierärzte werden tagtäglich mit dieser Problematik konfrontiert. Durch aerobes Agrarmanagement, das schon im Stall beginnt, werden präventive Maßnahmen ökonomisch-ökologisch umgesetzt für das Tierwohl inklusive Umwelt- und Grundwasserschutz.

Wasser – jenseits seiner chemischen Struktur
Dr. Jo-Ann Lawrence zeigte Anhand von auskristallisierten Tropfenbildern einige außergewöhnliche Fähigkeiten des Wassers auf:
die Fähigkeit mit anderen Gewässern zu kommunizieren, Informationen zu speichern und wieder abzugeben, das Umfeld als Spiegel wieder zu geben und auch die Möglichkeit, die Information des Wassers mit Hilfe von Worten und Gedanken zu verändern. Dr. Lawrence wies auf die gegenseitige Beeinflussung auch der Lebewesen innerhalb eines größeren Zusammenhangs hin. Insbesondere wurden einige physikalische Kräfte und deren feinstoffliche Sinnkraft aufgeführt, die für die Zentrierung eines lebendigen Systems notwendig sind. Eine ausgeglichene Kräfteverteilung stellt bei der Findung des individuellen Lebensweges die Basis dar, auf der die Regelkreise optimal arbeiten können. Kinesiologische Testungen konnten zeigen, in wie weit ein System zentriert, in seiner Mitte ist oder auch nicht. Auch dies wurde in Tropfenbildern sichtbar gemacht.
Wasser – das Lebenselixier
In diesem Teil des Seminars brachte Dr. Jo-Ann Lawrence den Teilnehmer das Verständnis nahe, dass die Körperwässer ein besonderer Spiegel der Interaktion mit anderen Lebewesen darstellen. Durch das Sichtbarmachen der gegenseitigen Beeinflussung der Lebewesen an Hand von auskristallisierten Körperflüssigkeiten (Dunkelfeldmikroskop-Fotos), war es den Teilnehmern möglich, die Auswirkungen des eigenen Energiefeldes auf ihr Gegenüber auch während einer Therapie nach zu vollziehen.
Beachtenswert waren insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Tier, die von Dr. Lawrence bildlich dargestellt werden konnten. Hierbei zeigte sie auf, in wie weit Konflikte im Menschen das tierische System unmittelbar verändern. Durch die Veränderung und Zentrierung des menschlichen Systems konnte Dr. Lawrence zeigen, dass eine sofortige Veränderung auch im System des Tieres stattfindet.
Dr. Jo-Ann Lawrence besprach die Bedeutung der Zentrierung des Therapeuten vor einer Behandlung, da er im größeren System eine gravierende Rolle innehat und mit dem System des Patienten in einer besonderen Wechselwirkung steht.

Dr. Eugen Schabel


Neurodiagnostik und -rehabilitation und Neurodynamik

Am Freitagnachmittag, 21. April und den Samstag, 22. April 2017 fand im Rahmen des 17. Internationalen GGTM-Kongresses ein Seminar mit Dr. med. vet. Mima Hohmann und Dr. med. vet. Andreas Zohmann zum Thema: Neurodiagnostik und Neurorehabilitation für die tägliche Praxis und Neurodynamik für Hunde statt. Die meisten der 22 Teilnehmerinnen brachten weitreichende Vorkenntnisse aus dem Bereich der Tierphysiotherapie, aber auch aus den Gebieten der Osteopathie und der Chiropraktik mit. Die Teilnehmerinnen erhofften sich einerseits vor allem Informationen über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und Behandlungstechniken bei den verschiedenen neurologischen Erkrankungen und andererseits praktische Tipps für ihre Patienten und die alltägliche Praxis.
Am Freitag stellte Dr. Zohmann die theoretischen Grundlagen zur Anatomie des Nervensystems und deren Aufgaben dar, sowie die neurologische Untersuchung der einzelnen Nerven. Am Patienten wurden die verschiedenen Handgriffe gezeigt und die Teilnehmerinnen übten danach an ihren mitgebrachten Hunden. Außerdem erörterte Dr. Zohmann verschiedene neurologische Erkrankungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten aus physiotherapeutischer Sicht.
Am Samstag wurden, nach einer Einführung in die Neurodynamik, die verschiedenen Untersuchungstechniken am Hund in Theorie und Praxis erläutert und demonstriert. Während des Seminars wurden die einzelnen neurodynamischen Handgriffe direkt an den Hunde von den Teilnehmerinnen erprobt und geübt. Intensiv wurde auf die neurodynamische Behandlung der Vorder- und der Hintergliedmaße sowie der Wirbelsäule eingegangen. Nach diesen eineinhalb Tagen waren alle müde, aber zufrieden und voll mit Wissen. Danke für das schöne Seminar.

Dr. Mima Hohmann


Ökonomie – Finanzen in der NHV-Tierarztpraxis

Aus ganz unterschiedlicher Motivation heraus kamen Teilnehmer zum Seminar Ökonomie – vom Praxisneugründer, der sich unsicher in der Anwendung der GOT war bis zum langjährigen Praktiker, der einfach mal sehen wollte wie andere das machen mit der Abrechnung. In einer kurzen Einführung zeigte Markus Mayer auf, dass Geld verdienen durchaus Spaß machen darf. Heidi Kübler erläuterte danach, wie die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) aufgebaut ist, welche Abrechnungsmöglichkeiten sie für die Regulationsmedizin enthält und wie man Dinge abrechnen kann, die nicht als Position in der GOT enthalten sind. An ganz konkreten Beispielen rechnete sie vor, wie sich schon kleinere Erhöhungen aus Jahr gesehen auswirken können. Wie man eine BWA (betriebswirtschaftliche Auswertung) liest, versteht und interpretiert, das fällt Tierärzten häufig schwer. Markus Mayer stellte anhand eines fiktiven Beispiels solch eine BWA vor, zeigte auf, welche Informationen aus einer BWA abgeleitet werden können und wie sich Veränderungen in einzelnen Parametern auf das Betriebsergebnis auswirken. Das Lesen und Auswerten einer BWA konnten die Teilnehmer dann anschließend an einem konkreten Beispiel üben. Zum Abschluss gab es noch eine kleine kreative Hausaufgabe, die helfen kann, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Dr. Heidi Kübler


Erfahrungsbericht Kreativworkshop Osteopathie für Einsteiger

In dem Tagesworkshop haben sich an der Osteopathie interessierte Kolleginnen mit unterschiedlichsten Vorerfahrungen in ganzheitlicher Denkweise und ganzheitlichen Therapieformen zusammengefunden.
Unser Anliegen war es, das so wesentliche ganzheitliche Konzept der Einheit von Körper/Geist/Seele, wie es für A.T. Still , dem Begründer der Osteopathie, selbstverständlich war, für die Teilnehmerinnen erfahrbar zu machen.
Hierbei durften erstmalig oder auch zum wiederholten Mal folgende Erkenntnisse reifen:
1) Der Körper reagiert auf Impulse jeglicher Art mit palpatorisch erfaßbaren Aktivitäten ( z. B. myofasziale Motilität), wie das auch aus der Kinesiologie bekannt ist.
2) Der/Die Therapeut/in ist in ihrem physischen, emotionalen, mentalen und spirituellen Sein untrennbar mit dem „Patienten“ verbunden. In gegenseitigem Austausch wird berührt, wer berührt. Es ist nicht das Ziel, eine Trennung herbei zu führen, sondern die daran beteiligten Aktivitäten und Mechanismen bewußt zu erfassen, also zum möglichst neutralen Beobachter zu werden.
3) Das Erlernen einer ganzheitlichen Therapieform wie der Osteopathie weckt den Lernenden regelrecht auf und befähigt ihn, den Körper (auch den eigenen) als Instrument für emotionale, mentale und spirituelle Aktivitäten zu erfassen.
Solche tiefgreifenden Erkenntnisse werden individuell ganz unterschiedlich verarbeitet, was im Workshop deutlich zum Ausdruck kam und z.T. offen diskutiert werden konnte.
Die insgesamt „runde Erfahrung“ kam am Ende des Workshops durch eine intuitiv sich formende Zirkelrunde zum Ausdruck, in deren Mitte Anwesende und nicht Anwesende heilsame Impulse erhielten.
An dieser Stelle danken wir allen Teilnehmerinnen nochmals von Herzen für das uns entegegen gebrachte Vertrauen und die Bereitschaft zur Öffnung für neue Erfahrungen.

H. Könneker und U. Reiter


Seminarbericht Akupunktur/TCM 2017

In diesem Jahr ging es um das Thema Endokrinologie und die Möglichkeiten, das endokrinologische System durch Akupunktur und tw. auch Chinesischen Kräuterrezepturen zu unterstützen.
Die endokrinologischen Regelkreisläufe erinnern sehr an das Prinzip von ‚Yin und Yang’. Es wurde im Seminar aufgezeigt, dass frühzeitige Entgleisungen, die durch Blutuntersuchungen noch gar nicht nachgewiesen werden können, durch genaues Beobachten des Allgemeinzustandes wie auch Puls und Schleimhautbeschaffenheit erkannt werden können. Gerade in diesem Stadium kann die Akupunktur und Veränderungen der Haltung dieses Ungleichgewicht regulieren und somit wieder zu einem gesunden Tier führen oder den Krankheitsprozess zumindest deutlich verlangsamen.
Weiterhin wurde genauer auf den San Jiao eingegangen, der als Regelsystem verstanden werden muss, damit die Meridiane überhaupt mit den Zang-Fu Organen eine Verbindung eingehen können und es somit zu einer erfolgreichen Akupunktur kommen kann.
Anschliessend ging Sabine Vollstedt auf die unterschiedlichen Stadien von metabolischen wie auch hormonellen Entgleisungen anhand von Beispielen des Equinen Metabolischen Syndroms und des Equines Cushingsyndroms ein. Aus Sicht der TCM kann es sich hier nämlich um ein fortgesetztes Geschehen handeln, das, je eher erkannt, umso besser behandelt werden kann. In diesem Rahmen wurde auch die endokrinopathische Hufrehe angesprochen mit der grossen Vielzahl von lokalen Punkten.
Katrin Noack nahm diesen Faden auf und erläuterte sehr eindrücklich, welche Behandlungsmöglichkeiten beim Morbus cushing wie auch Morbus addison des Kleintieres bestehen. Dieses setze sie ebenfalls mit dem Diabetes mellitus in Verbindung und es stellte sich heraus, dass die Übergänge ähnlich wie beim Pferd, fliessend sind. Anschliessend ging sie noch auf die Störungen der Schilddrüse ein und konnte überzeugend zeigen, wie wichtig die Akupunktur und Chinesische Kräuter sind.
Anschliessend gab Theresia Sengmüller-Sieber einen Überblick über endokrinologische Störungen beim Rind, besonders im Bereich der Fruchtbarkeit und der Geburtsstörungen. Sie konnte eindrucksvoll zeigen, wie gut die Akupunktur diesem Lebensmittel-liefernden Tier unterstützen kann, obwohl es als Hochleistungstier schier unmögliches leisten muss. Die grosse Bedeutung des Jings und der Niere standen hier im Vordergrund und wie diese geschützt werden können.
Im Anschluss wurde dann noch auf endokrinologische Verhaltensstörungen eingegangen mit den besonders wichtigen traditionellen Punkten, die stark harmonisieren können.
Im Laufe des Kurses wurden die theoretischen Grundlagen immer wieder durch Fallbeispiele verdeutlicht. Es wurde klar, dass in starken Mangelsituationen die Akupunktur alleine nicht ausreicht und dass dann durch Chinesische Kräuter die Behandlung ergänzt werden muss. Sehr schnell wurde deutlich, dass viele Teilnehmer bereits einen grossen Erfahrungsschatz besassen und auch bereit waren, diesen mit allen Anwesenden zu teilen. Die daraus entstandenen Diskussionen waren sehr offen und kollegial und führten zu einem angenehmen Klima, in dem auch Fälle besprochen wurden, die sehr komplex und vielfältig waren.
Es war zu erkennen, dass die Akupunktur als Teilbereich der Traditionell-Chinesischen Veterinärmedizin nach wie vor eine grosse Bedeutung besitzt und dass es wichtig ist, sie gezielt nach einer diagnostischen Evaluation einzusetzen. Es war schön zu erkennen, dass das Wissen im Bereich der TCVM wächst und dass es somit zu einer Verbreitung von fundierten Kenntnissen kommt.
Diese Entwicklung ist sehr motivierend und wir freuen uns, diese fort zu führen.

Dr. Sabine Vollstedt


Impressionen

- folgt in Kürze


Artikel erstellt am: 4. Juli 2017, 13:02