GGTM e.V.

Kongressrückblick 16. IKGT

16. Internationaler Kongress für Ganzheitliche Tiermedizin
01. – 03. April 2016, Nürnberg


- Weitere Impressionen des 16. IKGTs finden Sie am Ende des Artikels.


Hauptveranstaltung

- folgt in Kürze


Manuelle Therapie – Physiotherapie bei Wirbelsäulenerkrankungen

Am Freitag, den 01. April und am Samstagvormittag, den 02. April 2016 fand im Rahmen des 16. Internationalen GGTM-Kongresses ein Seminar mit Dr. med. vet. Mima Hohmann zum Thema: Physiotherapeutische Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen für Hunde statt. Dabei brachten die meisten der 18 Teilnehmerinnen weitreichende Vorkenntnisse aus dem Bereich der Tierphysiotherapie, aber auch aus den Gebieten der Osteopathie und der Chiropraktik mit. Die Teilnehmerinnen erhofften sich einerseits vor allem Informationen über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und Behandlungstechniken bei den verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen und andererseits praktische Tipps für Patienten und die alltägliche Praxis.
Am Freitag standen zunächst die theoretischen Grundlagen zur funktionellen Anatomie der Wirbelsäule und ihrer Aufgaben im Fokus, sowie die Untersuchung der einzelnen anatomischen Strukturen und Gelenke. Danach ging es direkt zur Sache mit der Behandlung von Bandscheibenpatienten, verkalkten Bandscheiben und Keilwirbeln. Am Samstagvormittag wurde die Behandlung von Spondylose und des Cauda-equina-Syndroms behandelt. Während des Seminars wurde zunächst die Erkrankung allgemein erläutert. Danach wurden die verschiedenen manuellen Behandlungsmöglichkeiten als auch die physikalischen Techniken dazu bei selbiger ausführlich besprochen und anhand von Videodemonstrationen verdeutlicht.
Alle Teilnehmerinnen trugen durch das Einbringen ihrer jeweiligen Vorerfahrungen und Spezialisierungen bis zum Schluss konstruktiv zu einem guten Gelingen des Seminars bei. Danke dafür.

Dr. Mima Hohmann


Praxisseminar Osteopathie – Angewandte Muskel Energietechniken (MET) beim Hund

2.4.2016 Nachmittag: Der Kurs startet mit 14 Teilnehmern und Inhalt der ersten 1,5 Stunden sind die Vorstellung der Methode mit Begriffsdefinition, Einsatzmöglichkeiten, Grenzen und Kontraindikationen. Ein wichtiger Punkt ist ebenso die Stellung der Methode MET im Gesamtbehandlungskonzept eines Patienten. Zusätzlich werden die Nomenklatur und Terminologie im MET vorgestellt und jeweils an den Knochen dreidimensional dargestellt. Bei allen Teilnehmern wird die korrekte Einstellung kontrolliert.
Weiter geht es mit den Pathologien der Wirbelfehlstellungen. Zum besseren Verständnis werden diese theoretisch vorgestellt und dann plastisch an den Skeletten nachvollzogen. Auch hier üben alle Teilnehmer.

3.4.2016 Ganztags: Wiederholung der Themen von Tag 1 durch die Teilnehmer. Heute wird vor allem auf die Therapie der Störungen wert gelegt. Diese werden erst grundsätzlich an den Wirbelsäulenskeletten nachgestellt und dann an den Hunden gesucht.
Jetzt folgt die Darstellung der Methode MET bzw. deren Nomenklatur an der BWS von Hunden und als Exkurs auch vom Mensch. Hier ebenfalls praktisches Üben zum Auffinden und Einstellen der Störungen.
Anschließend Vorstellung und Üben von MET an der HWS beim Hund mit Videopräsentation eines Patienten.
Den Abschluss bilden die Bereiche LWS, Becken bzw. Sacrum, ebenfalls nach denselben Kriterien.
Nach einer Abschlussrunde in der noch alle offenen Fragen geklärt werden können endet der Kurs.

Dr. Ulrike Neff


East meets West – Arzneipflanzen und Neuronen – genial komplex

Das Referenten-Team von East meets West, Sabine Vollstedt, Katrin Noack und Cäcilia Brendieck-Worm hatte sich in diesem Jahr zum Ziel gesetzt, den Stellenwert von Arzneipflanzen bei neurologischen Erkrankungen herauszuarbeiten. De facto spielen Pflanzen in der Neurologie bei Mensch und Tier nur eine Nebenrolle – leider. Denn das Potential von Arzneipflanzen zur Therapie von Schmerz, Angst, Aggression u.a. ist beachtenswert. Die Interaktionen zwischen dem Nervensystem, speziell Neurotransmittern und ihren Rezeptoren und Arzneipflanzen wie Johanniskraut, Lavendel, Baldrian, Ginseng u.v.m. sind sehr vielschichtig. Diese bieten ideale Voraussetzungen für die Therapie komplexer neurologischer Störungen. Aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der TCM, der traditionellen westlichen Phytotherapie und der aktuellen Wissenschaft wurden Ursachen und Symptome neurologischer Störungen betrachtet und phytotherapeutische Strategien aufgezeigt. Dabei wurden die komplexen Zusammenhänge zwischen ZNS, peripherem Nervensystem, psychischen Faktoren, Leberstoffwechsel, Endokrinum, Immunsystem, Durchblutung u.a. erkennbar, ohne deren Berücksichtigung nachhaltige Heilung kaum möglich ist. Sabine Vollstedt legte in ihren Ausführungen besondere Aufmerksamkeit auf die verschiedenen Entstehungs- und Entwicklungsmöglichkeiten von Schmerz, auf die zentrale Rolle von chronischem Stress und seine Auswirkungen auf das Immunsystem. Die Referentinnen stellten zum Teil seit Jahrhunderten genutzte östliche und westliche Arzneipflanzen in Hinblick auf ihre Einflussmöglichkeiten auf neurologische Störungen vor. Insbesondere die komplexen Rezepturen der TCM ließen hier den bei neurologischen Störungen notwendigen ganzheitlichen Ansatz erkennen. Ein Schwerpunkt der Ausführungen von Cäcilia Brendieck-Worm lag auf den ätherischen Ölen, die direkten Einfluss auf das ZNS und seine Zentren der Schmerzentstehung ermöglichen und Physis und Psyche gleichermaßen positiv beeinflussen. Katrin Noack belegte eindrücklich, dass durch westliche Medizin oft nur unbefriedigend und unter Inkaufnahme z.T. erheblicher Nebenwirkungen zu beeinflussende Krankheitsbilder wie Paresen, Paralysen und erworbene Epilepsie mittels pflanzlicher Rezepturen aus der TCM erfolgreich zu therapieren sind. Ein besonderer Vorzug der Phytotherapie: alle vorgestellten Arzneipflanzenzubereitungen zeichnen sich durch breites Wirkspektrum, gutes Nutzen- Risiko-Verhältnis und – im Gegensatz zu vielen konventionellen Therapeutika – durch gute Verträglichkeit aus.
Es war das Ziel der Referentinnen, Anstöße zu vernetztem Denken bei der Beurteilung neurologischer Störungen zu geben und Möglichkeiten zur breiten Unterstützung körpereigener Regulationsmechanismen zu vermitteln. Die fruchtbare Diskussion eines mit westlicher Phytotherapie angegangenen Falles von Epilepsie gegen Ende des eineinhalbtägigen Seminares zeigte das wache Interesse der Seminarteilnehmer an den Kursinhalten und ihre Bereitschaft zur konstruktiven Mitarbeit. Diese war während des ganzen Kurses zu spüren, was wesentlich zur angenehmen Atmosphäre beigetragen hat.

Dr. Cäcilia Brendieck-Worm


Homöopathie Seminare: Das geht auf die Nerven – Verhaltensauffälligkeiten, Störungen des Nervensystems – multiple Ursachen, Repertorisation, Konstitution und Arzneimittel

Nun zum dritten Mal trafen sich die 20 „Early Birds“ am Donnerstagabend in der Gaststätte Barfüßer zum Austausch von Informationen und erzählenswerten Ereignissen aus der täglichen Praxis. Obwohl überwiegend Teilnehmer und Referenten aus dem Bereich Homöopathie gekommen waren, ist dieses Treffen auch für Teilnehmer anderer Kurse offen. Ich würde mich freuen, wenn beim nächsten Kongress auch Zuhörer anderer Therapierichtungen dazu stoßen würden, um den Wissensaustausch auch „über den Tellerrand hinaus“ zu fördern.
Die Vorträge insgesamt waren in diesem Jahr wieder auf sehr hohem Niveau. Barbara Schöning als Fachfrau für Verhaltenskunde referierte über die Grenzziehung zwischen Normalverhalten und Verhaltenspathologie unserer tierischen Patienten und zeigte uns mit ihren Fallbeispielen, was sich mitunter hinter den Kulissen abspielt. Danke für ihren hochkarätigen Vortrag!
Günter Wiebusch hatte für seine Vorträge eine Auswahl an Fotos und Videos von verhaltensgestörten Tieren aus dem von ihm betreuten Tierheim mitgebracht. In seiner geradlinigen Art gab er seine Kommentare zu den Fällen und forderte erfolgreich die Teilnehmer auf, Verhaltensweisen im homöopathischen Kontext zu deuten und in Frage kommende Rubriken zu nennen.
Verstörend waren die Bilder und Videoclips, die Bernhard Hornig zum Thema Narkosefolgen im Nervensystem zeigte. Angst und Aggression, mitunter auch Autoaggression nach Vollnarkosen waren gehäuft die klinischen Diagnosen, die als Durchgangssyndrom oder Delir sich zu erkennen gaben. Damit haben wir eine weitere Causa neben Impfungen, Unterdrückung und anderen, die zu stärksten Verhaltensstörungen führen kann. Danke an Don Hamilton für seine Videoclips.
Zu den Höhepunkten der homöopathischen Seminare zählten zweifellos die Vorträge und die Lifeanamnese von Gabriele und Peter Knafl. Mit traumwandlerischer Sicherheit führten sie die Teilnehmer durch die komplexe Materie der Verhaltensstörungen und neurologischen Erkrankungen. Besonders beeindruckend war die Fallaufnahme von Peter, die klar strukturiert und nachvollziehbar präsentiert wurde. Die miasmatischen Einschätzungen knüpften dabei nahtlos an die Ausführungen von Birgit Mosenheuer der vergangenen Jahre an. Ich hoffe, dass wir beide Referenten für den nächsten Kongress wieder gewinnen können.
Ein wichtiger Meilenstein für die deutsche Veterinärhomöopathie war Anne Seyfrieds Aufruf zur Gründung eines Arbeitskreises Homöopathie. Als Diversifikation der GGTM und durch die bewährte Organisationsunterstützung von Markus Mayer verspreche ich mir einen kontinuierlichen Gedankenaustausch unter Veterinärhomöopathen. Das erste Treffen wird im Juli in Nürnberg stattfinden. Nähere Einzelheiten erfahrt Ihr bei Anne oder über Markus Mayer.
Ich bedanke mich im Namen aller Referenten für Eure engagierte Teilnahme, für Eure lebendigen Diskussionsbeiträge und Eure mitunter kritischen, aber immer sachkundigen Ergänzungen.

Dr. Bernhard Hornig


Energetische Tiermedizin

Eine bunte Mischung divergierender Themen bereicherte in diesem Jahr den Kongress in Nürnberg.

- Parasitäre Mikroorganismen – tägliche Begleiter und ihre Einflüsse
Der Freitagvormittag lenkte sein Augenmerk auf einige unliebsame, ungewollte Protozoen. Ausführlich wurden parasitäre Mikroorganismen wie Toxoplasmen, Borrellien, Anaplasmen und Neosporen betrachtet und die zunehmende Bedeutung für Tier und auch den Menschen deutlich gemacht. Von der auffrischenden Erinnerung konventioneller Herangehensweisen über Ganzheitliche Definitionen und neuronale Zusammenhänge demonstrierte Brigitta Smit-Fornahl sehr anschaulich Lösungsansätze auf der holistischen Ebene, sowie ausführliche und spannende Fallbeispiele mit unterschiedlichen Therapiedurchführungen, unter Einbeziehung der Besitzer und des gesamten Umfeldes der Tiere.
Die TeilnehmerInnen verfolgten die Ausführungen sehr aufmerksam und interessiert. In der Diskussion wurden Fragen gestellt und es fand ein regsamer Austausch statt.

- Exkarnationsprozess und Sterbebegleitung
Am Nachmittag widmeten wir uns einem Thema, welches bisher für meine Bedürfnisse nicht intensiv genug in der universitären Ausbildung Beachtung fand. Auch im Gespräch mit den TeilnehmerInnen stellte sich heraus, dass hier ein großer Nachholbedarf besteht.
Dass Exkarnationsprozess und Sterbebegleitung in der täglichen Tierarztpraxis ein wichtiges Thema ist, zeigten die vielen Fragen und Bemerkungen, aber auch sehr persönliche Ausführungen zu Erfahrungen in der eigenen Praxis.
Die Kolleginnen und Kollegen tauchten tief in die physiologischen, energetischen Abläufe der letzten Lebensphasen eines jeden Geschöpfes ein.
Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist für das Tier, den Tierhalter und uns Tierärzte eine besondere Herausforderung und stellt stets eine Ausnahmesituation dar. Es erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl eine Sterbebegleitung und Euthanasie in der eigenen Praxis so durchzuführen, dass es für alle Beteiligten so angenehm wie möglich wird. Es erfordert immer auch ein bisschen Mut, sich diesem Tabu- Thema zu stellen, erinnert es uns doch ständig an die eigene Vergänglichkeit.
Während der Darstellung der verschiedenen Phasen im Sterbeprozess konnten viele TeilnehmerInnen erkennen und verstehen, was sie früher selbst erlebt hatten und hierfür bisher keine Erklärung fanden.
Am wichtigsten jedoch, weil besonders schwierig zu beantworten, stellte sich die Frage nach dem „richtigen Zeitpunkt“. Die intensive Auseinandersetzung und der rege Austausch zeigten das große Interesse der KursteilnehmerInnen, ein tiefes Verständnis zu entwickeln für den Exkarnationsprozess, die Sterbebegleitung und die Euthanasie. Der Tiermediziner und die Tiermedizinerin können in der Folge Tierhalter und Tier dort abholen, wo sie stehen. Sie können allen aufklärend und beratend zur Seite stehen und helfen, den „richtigen“ Zeitpunkt zu finden für eine mögliche Euthanasie. Durch dieses Wissen können Unsicherheit und Angst überwunden werden und die „richtige“ Entscheidung getroffen werden, wie das Tier auf seinem letzten Weg begleitet werden kann. Oberstes Ziel ist ein behutsames und friedliches „Ablösen“.

Anke Domberg


Bioenergetische Testverfahren – Umgang mit dem Tensor

Am Samstagmorgen folgten die neugierigen TeilnehmerInnen gespannt den Ausführungen und Darstellungen zur optimalen Vorbereitung und dem Erhalt des eigenen energetischen Schutzes. Diese wichtigen Grundlagen dienen dem Erhalt optimaler Testergebnisse sowie dem Schutz von Tester und Proband.
Verschiedene Testgeräte wurden gezeigt und der Umgang mit den unterschiedlichen Tensoren ausprobiert.
Praktische Übungen wurden zunächst erklärt und demonstriert, bevor sie gemeinsam in der Gruppe durchgeführt wurden. Deutlich wurden die Gründe dargelegt, warum es wichtig ist, bei energetischem Arbeiten auf seinen eigenen stabilen Energiehaushalt zu achten.
Dem „Eichen“ des eigenen Testgerätes wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Abschließend konnten alle TeilnehmerInnen eigene Tests selbstständig erfolgreich durchführen und haben nunmehr ein nützliches Instrument für die eigene Praxis an der Hand.

Anke Domberg


Dunkelfelddiagnostik

Das Seminar war ein voller Erfolg.
Mit maximaler Teilnehmerzahl von 20 Tierärztinnen und Tierärzten konnten wir zusammen am Samstag, den 02.04.2016 die Grundlagen der Dunkelfeldmikroskopie erarbeiten.
Zuerst wurde eine Einweisung über die physikalischen und optischen Grundlagen eines Mikroskops durchgeführt. Im weiteren Verlauf wurde das Einstellen der Mikroskope mit doppelter Ölimmersion geübt, bis jeder Teilnehmer es selbst durchführen konnte.
Nach der Mittagspause wurden verschiedene Grundlagenvorträge zu den Themen Säure-Basenhaushalt, Wasser und Einführung in den Pleomorphismus, Grundregulation und biologische Therapie durchgeführt. Zwischendurch wurde immer fleißig mikroskopiert. Insgesamt haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich sehr engagiert und viele neue Möglichkeiten zur biologischen Diagnostik und Therapie erlernt.

Dr. Eugen Schabel


Homöopathische Kombinationsmittel

- folgt in Kürze


Neuraltherapie

Das Seminar gliederte sich in vier Teile: 1) Geschichte/Informationswege im Organismus – 2) von der Lokalanästhesie zur Neuraltherapie – 3) der neuraltherapeutische Untersuchungsgang – 4) der neuraltherapeutische Ansatz.
Eingangs wurde aufgezeigt, wie sich im Lauf der Medizingeschichte Methoden entwickelten, die über die Hautoberfläche therapeutische Einflussnahme auf Erkrankungen sowohl des Bewegungsapparates als auch innerer Organe ermöglichen.
Dies ergab die logische Überleitung zur Klärung der Frage „Wie funktioniert das?“: Die Antworten liegen einerseits im Feinstofflichen – Information zwischen sämtlichen Zellen des Körpers untereinander, die Versorgung mit Sauerstoff sowie anderen Nährstoffen, der Abtransport von Schlackenstoffen bis zur Ausscheidung – über die, jede Zelle umgebende, Zwischenzellsubstanz (weiches Bindegewebe, Matrix), das „Zelle-Milieu-System“ n. Pischinger und Heine.
Andererseits ist es das Zusammenspiel sämtlicher Segmentanteile (Derma-, Myo-, Sklero-, Viszerotom, verbunden durch Angio- und Neurotom) innerhalb eines Metamers, das keine Störung auf welcher Ebene auch immer zulässt, ohne entsprechende Mitinformation der zugehörigen Segmente. Diese intraorganismische Dynamik stellt damit nicht nur die Basis der Diagnostik sondern auch die der Therapie – in unserem Fall der Neuraltherapie dar. Nicht zuletzt wurde auch die Bedeutung der morphologischen wie auch pathophysiologischen Grundlagen von Akupunktur- bzw. Triggerpunkten im Hinblick auf Diagnostik und Therapie aufgezeigt.
Daraus wiederum folgte die Überleitung zum neuraltherapeutischen Untersuchungsgang, der beginnend beim Signalement über eine umfangreiche Anamnese, Adspektion in der Bewegung (visuelle Gangbildanalyse) und in der Ruhe sowie verschiedenste Palpationstechniken bis hin zur Analyse etwaig vorhandener Befunde aus der Bildgebung zu Diagnose, Prognose und Therapieplan führt.
Natürlich steht bei der Neuraltherapie die Abklärung etwaiger Störfelder und deren Einfluss auf das homöodynamische Gleichgewicht sowie auf den therapeutischen Verlauf sehr stark im Focus. Die Häufigkeit und Einflussmöglichkeiten diverser Störfelder wurden entsprechend den Erfahrungen des Referenten aufgezeigt.
Verschiedenste Injektionstechniken ermöglichen schließlich den neuraltherapeutischen Zugang auf sämtlichen Ebenen des Metamers – begonnen bei der intrakutanen Quaddel und endend bei tiefen neuralen Techniken (Blockade von vegetativen Ganglien, Grenzstrang und Plexus).
Ein Tag ist zu kurz, um NeuraltherapeutIn zu werden, aber das Ziel, ein Verständnis für segmentale und übersegmentale Zusammenhänge innerhalb des Organismus und deren Nutzung für Diagnostik und Therapie zu wecken, dürfte aufgrund der abschließenden Reaktionen der Teilnehmer erreicht worden sein.

Dr. Andreas Zohmann


Arbeitskreis Nutztier, Nutztier – ganzheitlich

Am Samstag den 2. April 2016 standen, einer schönen Kontinuität folgend, die Nutztiere auf dem Programm des Kongresses. Die Reduktion des Einsatzes von Antibiotika beim Nutztier ist eine aktuelle Herausforderung für die Tiermedizin und die Landwirtschaft. Die GGTM als Vertreterin der ganzheitlich arbeitenden (und denkenden) Tierärztinnen und Tierärzte bietet hier ein breites Spektrum an Lösungsmöglichkeiten. Im vergangenen Jahr wurde dies auch mit verschiedenen Pressemitteilungen verdeutlicht.

Der Arbeitskreis

Im einstündigen von Andreas Striezel geleiteten Treffen des Arbeitskreises Nutztiere stießen diese Pressemitteilungen auf breite Zustimmung. Aufgrund der Kurzfristigkeit mit der in der Regel solche Pressemitteilungen erstellt werden müssen, ist ein aktiver Einbezug des Arbeitskreises Nutztier kaum möglich. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass als Basis für Pressemitteilungen das Grundsatzpapier des AK-Nutztiere (http://ggtm.de/tiermediziner/die-ggtm/gruendung-arbeitskreis-nutztier/) herangezogen werden kann. Anschließend wurde intens- und kreativ über die zukünftigen Aktivitäten des Arbeitskreises Nutztier diskutiert:

Im thematischen Fokus stehen weiterhin die Reduktion von Antibiotika und anderen schulmedizinischen Medikamenten (z.B. Hormone oder NSAID) sowie das Tierwohl.

Methodisch müssen hierzu präventive bestandsmedizinische Maßnahmen und komplementärmedizinisch Therapieverfahren zusammenwirken. Sind letztere in der GGTM bereits heute breit vertreten, gilt es für die Zukunft vermehrt Tierärztinnen und Tierärzte für die GGTM (und den AK-Nutztiere) zu gewinnen die aktiv präventive Bestandsmedizin betreiben.

Als die beiden wesentlichen Schwerpunkte der Aktivitäten kristallisierten sich schnell einerseits die Weiterentwicklung politischer Konzepte, andererseits der fachliche Austausch und die Aus-, Fort- und Weiterbildung heraus. Zu den politischen Konzepten gehören auch weiterhin Pressemitteilungen und Lobbyarbeit. Beispielsweise gilt es Tierärzte, Verbraucher und Landwirte stärker zu vernetzen, aber auch den komplementären Therapieschatz für Nutztiere zu erhalten und bestenfalls zu erweitern.
Zur Aktivierung des interkollegialen Austausches wird in den kommenden Monaten von der GGTM-Geschäftsstelle eine e-mail Gruppe eingerichtet. Außerdem werden alle GGTM-Mitglieder mit dem nächsten Rundbrief hinsichtlich ihrer Tätigkeit im Nutztierbereich befragt. Ziel ist es im Verlauf der nächsten 12 Monate im Nutztierbereich aktive Kolleginnen und Kollegen auf der GGTM Website aufzuführen und diesen Bereich der Website mit denen verschiedener Verbände der biologischen Landwirtschaft zu verknüpfen. Hiermit soll die Kompetenz der GGTM im Bereich ganzheitlicher Nutztiermedizin sichtbarer gemacht werden. Für landwirtschaftliche Betriebsleiter soll die Suche nach einem kompetenten Tierarzt vereinfacht werden, alternativ können auch interessierte Hoftierärzte einfacher den Austausch mit ganzheitlichen arbeitenden Kollegen suchen. Auch am kommenden Kongress (21.-23.04.2017) wird der Arbeitskreis seiner Tradition folgen und sich in Nürnberg treffen.

Nutztier Ganzheitlich – Das Seminar

Auch wenn es beim Lesen des Programms vielleicht einfallslos erschien, dass die Antibiotika zum dritten Mal in Folge an der Nutztierveranstaltung am IKGT thematisiert wurden… bei den rund 15 Teilnehmenden kam keine Langeweile auf. Antibiotikaresistenzen sind nach wie vor „in aller Munde“ und uneingeschränkt dringend sind innovative, vielleicht auch quergedachte Konzepte! Querdenken führt nicht selten zu einer unkonventionellen Vernetzung (und mit diesem Aspekt war dann auch die Brücke zum Oberthema „Neurologie“ des Kongresses geschlagen ) und diese stand im Mittelpunkt des diesjährigen Programms, durch das Michael Walkenhorst und Andreas Striezel führten.

Hat die Milchviehhaltung Zukunft? Den Auftakt bestritt Manfred Gilch, Vorsitzender des bayrischen Landesverbandes des Bundes Deutscher Milchproduzenten (BDM). Eindrucksvoll schilderte er aus seiner Sicht eines praktizierenden Landwirts und Milchviehhalters die prekäre Situation der Betriebe bei Milchpreisen die aktuell unter 20 Cent pro kg Milch zu rutschen drohen – ein unerträglicher Verlust bei Produktionskosten von mindestens 40 Cent. Eine Milchmengenbeschränkung beschrieb er als unausweichlich um katastrophale Folgen für weite Teile der deutschen Milchproduzenten zu verhindern.

Macht‘s die Milch? Johann Haunroth, praktizierender Rindertierarzt aus dem Norden Niedersachsens – einer der milchkuhdichtesten Regionen Deutschlands. Er führte engagiert in die Grundsätze der präventiven Bestandesmedizin ein. Die Fütterung stellte dabei einen Schwerpunkt dar. Am Beispiel des Deutschen Milchkontors zeigte er die Möglichkeit der Zusammenarbeit von Molkereien, Milchproduzenten und Tierärzten zur Verbesserung der Tiergesundheit (und damit auch der Milchqualität) auf. Vielleicht sind zukünftig Molkereien und nachgelagerte Milchverarbeiter und -vertreiber die treibende Kraft der Antibiotikareduktion.

Datenfluten reduzieren Antibiotika? Die Vernetzung mit nicht-tierärztlichen Organisationen spielt in der Prävention von Erkrankungen eine ganz wesentliche Rolle. Jürgen Bieger präsentierte die Konzepte des Landeskontrollverbandes Baden-Württemberg. Eindrucksvoll beschrieb er wie Daten für Landwirte und Tierärzte zur Verfügung gestellt werden – ein wichtiges Diagnosetool für die Bestandesmedizin. Behandlungsdaten werden dabei in Kooperation mit den Hoftierärzten von den Zuchtwarten erfasst und der Datenbank zugeführt.

Schafft‘s die Wissenschaft? Unter diesem Motto stand die Phytotherapie im Mittelpunkt. Natürlich durften ganzheitliche Therapieansätze in unserem Nutztierseminar nicht fehlen. Michael Walkenhorst präsentierte eine aktuelle systematische Literaturübersicht zu Arzneipflanzen zur Therapie von Atemwegs- und Magen-Darm-Trakt- Erkrankungen von Kälbern und Ferkeln. Ganz besonders gut schnitten dabei Echinacea, Knoblauch, Pfefferminze und Thymian ab.

Auch im kommenden Jahr wird es ein Nutztierseminar geben – unter dem Motto „Rundum richtig Rationieren“ werden Aspekte der Fütterung im Mittelpunkt stehen.

Dr. Michael Walkenhorst


Verhalten

Beim diesjährigen GGTM-Kongress fand zum zweiten Mal ein Seminar in Kooperation mit der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und –therapie statt. Die 1. Vorsitzende der GTVMT Barbara Schöning stellte Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltensstörungen auf Grund neurologischer Erkrankungen vor. Nach einem allgemeinen Teil wurden spannende Fälle, teilweise mit Videodokumentation präsentiert. Besonderen Wert legte die Referentin auf eine sorgfältige Anamnese und Beobachtung der Tiere, beides ist absolut notwendig um Hinweise auf eventuelle neurologische oder hormonelle Grundursachen für Verhaltensauffälligkeiten und –störungen zu bekommen und eine gezielte weitere Diagnostik einzuleiten. Dabei wurden sowohl Fälle vorgestellt, bei denen auf Grund der Diagnose die Euthanansie die einzig sinnvolle Maßnahme war, als auch gut zu therapierende Erkrankungen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Thema Impulskontrolle und dessen neurologische Grundlagen, sowie Möglichkeiten diese mit Hilfe standardisierter Fragebögen objektiver einschätzen zu können.
Goncalo da Graca Pereiras Vorträge widmeten sich entsprechend der Wünsche der Teilnehmer vom letzten Jahr den Themen „Alte Katzen“ und „Einsatz von Psychopharmaka in der Tierverhaltenstherapie“. Im ersten Vortrag wurde ausführlich auf die kognitive Dysfunktion eingegangen. Hierbei wurden sowohl Prophylaxe als auch Therapieansätze anschaulich und praxistauglich vorgestellt. In seiner Einleitung betonte der Referent wie wichtig es ist, dass Medikamente nur als Unterstützung und nicht als Ersatz für eine Verhaltenstherapie eingesetzt werden. Die einzelnen Medikamentengruppen wurden übersichtlich mit ihren Vor- und Nachteilen und bereichert von eigenen Erfahrungen dargestellt.
Dann habe ich kurz effektive Hilfsmittel für neurologische Patienten vorgestellt. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Tellington-Körperbändern, die je nach Problematik unterschiedlich angelegt werden und durch ein gezieltes sensorisches Input, die Koordination verbessern können.
Zum Abschluss wurde der Fall eines Hundes mit Trigeminusneuralgie vorgestellt und von den Referenten, ergänzt durch Cäcilia Brendieck-Worm diskutiert.
Das Seminar war geprägt durch einen angeregten Austausch zwischen Referenten und Teilnehmern und eine sehr angenehme Atmosphäre.
Im Namen des GTVMT-Vorstands möchte ich mich noch einmal bei der GGTM für die Organisation des Seminars und die gute Zusammenarbeit bedanken.

Dr. Daniela Zurr


Akupunktur/TCM: Neuronen und Nadeln – genial komplex

Dieses Jahr stellte das Referenten-Team Dietrich Graf von Schweinitz aus England, Katrin Noack und Sabine Vollstedt die Akupunktur im Bereich der Neurologie vor. Ein besonderer Schwerpunkt galt dem Ansatz der Diagnose wie sie in China gelehrt wird. Dabei galt es, Kardinalsymptome korrekt einzuordnen und den Puls und die Schleimhäute/Zunge in den richtigen Zusammenhang zu stellen.
Eindrücklich wurde klar, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse, vorgetragen von Dietrich von Schweinitz, sich mit den jahrtausendalten Vorstellung der Chinesen vereinbaren ließen. Traditionell-chinesische Punkte besonders am Pferd war einer der Schwerpunkte von Sabine Vollstedt und diese ließen sich sehr gut mit den transpositionellen Punkten des Meridiansystem von Katrin Nock in Verbindung bringen.

Der Akupunktur/TCM-Kurs war eine Fortführung des Phytotherapie-Kurses East meets West. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Schmerz, der sich in der TCM meist als eine Qi/Blut-Stagnation darstellt. Hier bieten spezifische Punktekombinationen wirkungsvolle Therapieansätze wie man sie in den anderen Sparten kaum findet. Wissenschaftliche Erläuterungen, warum sich der Schmerz bei der Akupunktur auflöst, wurden ebenso dargestellt wie die Ursachen der Schmerzen, insbesondere durch einen nicht passenden Sattel beim Pferd und einer falschen Reitweise.

Das Wei-Syndrom, das sich in Paresen und Paralysen äußert, lässt sich durch die Akupunktur ebenfalls hervorragend beeinflussen. Hierzu wurde auch die Elektroakupunktur wie das Pflaumenblütenhämmerchen vorgestellt und der Einsatz dieser beiden Methoden erklärt. Bei neurologisch bedingten Verhaltensstörungen wie der Epilepsie ist die Akupunktur hilfreich, besonders da den betroffenen Besitzern die Notfallpunkte gezeigt werden und sie diese bei einem Anfall aktivieren können. Der Headshaker als Beispiel einer Shen-Störung lässt sich durch die Behandlung mit Akupunktur genauso gut beeinflussen wie Tiere mit einer panischen Disposition.
Eine Lähmung des N. recurrens beim Pferd führt zum Kehlkopfpfeifen. Diese Erkrankung geht mit einer Leistungsverminderung beim Sportpferd und zu einer erhöhten Infektanfälligkeit der oberen Atemwege einher. Eine Regeneration des Nervens ist durch Akupunktur möglich und die entsprechenden Punkte spezifisch für den Kehlkopf wurden besprochen.

Der Kurs war mit über 50 Teilnehmern gut belegt und dennoch gab es einen interaktiven Austausch, der zu einer offenen Atmosphäre führte. Gerade die unterschiedlichen Ansätze der Referenten sorgten für Diskussionen und eröffneten neue Wege, die Akupunktur zu betrachten und anzuwenden.

Dr. Sabine Vollstedt


Impressionen


Kongresseröffnung: Dr. Bernhard Hornig, Dr. Andreas Striezel (Kongressleiter)

Kongresseröffnung: Dr. Heidi Kübler (1. Vorsitzende der GGTM)

Industrieausstellung

Seminar Dunkelfelddiagnostik mit Dr. Eugen Schabel

Seminar Homöopathie

Seminar Neuraltherapie mit Dr. Andreas Zohmann

Meet your Expert, hier: Dr. Andreas Striezel

Pause in der Industrieausstellung

Seminar Manuelle Therapie mit Dr. Mima Hohmann

Seminar Osteopathie mit Dr. Ulrike Neff

Seminar Akupunktur


Bildautoren: Leonie Feyl, Savanna Cosma


Artikel erstellt am: 1. Juni 2016, 12:59