GGTM e.V.

Kongressrückblick 15. IKGT

15. Internationaler Kongress für Ganzheitliche Tiermedizin
10. – 12. April 2015, Nürnberg


Hauptveranstaltung

Der 15. Internationale Kongress für Ganzheitliche Tiermedizin stand in diesem Jahr unter dem Thema Blase und Niere – zentrale Organe aus ganzheitlicher Sicht. Die zusammenfassende Betrachtung der beiden Organe Blase und Niere ist auch in der traditionellen chinesischen Medizin üblich. Die Hauptfunktion der Niere aus dieser Sicht ist es, Essenz zu speichern und Geburt, Wachstum und Fortpflanzung zu beeinflussen. Nieren-Essenz gerät durch Überlastungen oft in die Leere, was sich u.a. in chronischen Krankheiten äußern kann, wie Sabine Vollstedt betonte. Neueste Forschungen zum chronischen Stress bei Katzen präsentierte uns der portugiesische Kollege Goncalo da Graca, der sehr überzeugend seine Forschungsergebnisse darstellte. Ob z.B. aggressive Verhaltensweisen durch Kastration zurückgedrängt werden bzw. wann Kastration zur Änderung von Verhaltensstörungen überhaupt angebracht ist, erläuterte Daniela Zurr in einem sehr guten Übersichtsbeitrag. Die homöopathische Sicht wurde von Birgit Mosenheuer vertreten, die interessante chronische Fälle und eine miasmatisch orientierte Therapie präsentierte. Andreas Zohmann stellte anschaulich die Neuraltherapie und ihre Möglichkeiten bei Inkontinenz dar. Als weitere Themen standen die Phytotherapie bei urologischen Erkrankungen und die Homotoxikologie auf der Agenda, vertreten von Cäcilia Brendieck-Worm und Jörg-Karsten Bauch in bewährt professionellem Vortrag. Passend zum Thema stellte sich eine Wasserinitiative vor, die mit einer besonderen Form der Wasserfiltation und –aufbereitung den Erhalt unseres wichtigsten Lebensmittels nicht nur hier sondern vor allem in vielen ärmeren Ländern erreichen möchte. Ein Highlight war der Beitrag von Ute Reiter, die die Embryonalentwicklung mit sehr schönen Bildern und Filmen illustrierte und dabei die Bestätigung der von der TCM postulierten Zusammenhänge durch die modere Forschung deutlich machte. Mit einer meditativen Reise gelang ihr ein sehr eindrücklicher Abschluss dieser gut besuchten Veranstaltung.

Dr. Andreas Striezel


Sportphysiotherapie für Hunde

Am Freitag, den 10. April 2015 fand im Rahmen des 15. Internationalen GGTM-Kongresses ein Seminartag mit Dr. med. vet. Silke Meermann und MSc Christiane Gräff zum Thema Sportphysiotherapie für Hunde statt. Dabei brachten alle 25 Teilnehmerinnen weitreichende Vorkenntnisse im Bereich der Tierphysiotherapie und zum Teil auch auf den Gebieten der Osteopathie und der Chiropraktik mit. Sie erhofften sich vor allem Informationen über die einzelnen Hundesportarten und deren spezifische Beanspruchungen, sowie praktische Tipps zur Trainingsgestaltung für Patienten aus dem Hundesport.
Am Vormittag standen zunächst die theoretischen Grundlagen der Sportphysiotherapie im Fokus: Begriffe wie die fünf Hauptbeanspruchungsformen (Ausdauer, Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Beweglichkeit), das Modell der Superkompensation sowie die Periodisierung wurden zunächst allgemein erläutert und dann anhand konkreter Trainingspläne für Sporthunde verdeutlicht.
Nach der Mittagspause wurden die in Deutschland häufigsten Hundesportarten vorgestellt und die jeweiligen Reglements erläutert. Unmittelbar im Anschluss wurden dann anhand zahlreicher Fotos und Videoaufnahmen die spezifischen Belastungsmomente gezeigt und gemeinsam die daraus resultierenden körperlichen Beanspruchungen erarbeitet.
Der dritte Abschnitt schloss mit einer kurzen Wiederholung der physiologischen Wundheilungsphasen an; hieraus wurden Grundsätze für die physiotherapeutische Behandlung und die Planung der sportlichen Rehabilitation abgeleitet und diskutiert.
Alle Teilnehmerinnen trugen durch das Einbringen ihrer jeweiligen Vorerfahrungen und Spezialisierungen bis zum Schluss konstruktiv zu einem guten Gelingen des Seminartages bei.

Dr. Silke Meermann & Christiane Gräff


Praxisseminar Osteopathie: Angewandte MET-Techniken beim Hund

11.4.2015 Vormittag: Der Kurs startet mit 18 Teilnehmern und Inhalt der ersten 1,5 Stunden sind die Vorstellung der Methode mit Begriffsdefinition, Einsatzmöglichkeiten, Grenzen und Kontraindikationen. Ein wichtiger Punkt ist ebenso die Stellung der Methode MET im Gesamtbehandlungskonzept eines Patienten. Zusätzlich werden die Nomenklatur und Terminologie im MET vorgestellt und jeweils an den Knochen dreidimensional dargestellt. Bei allen Teilnehmern wird die korrekte Einstellung kontrolliert.

11.4.2015 Nachmittag: Eine Teilnehmerin muss das Seminar verlassen, da sie gebeten wurde sich die Rinderthemen anzuhören.
Weiter geht es mit den Pathologien der Wirbelfehlstellungen. Zum besseren Verständnis werden diese theoretisch vorgestellt und dann plastisch an den Skeletten nachvollzogen. Auch hier üben alle Teilnehmer.
Den Abschluss bilden die Darstellung der Methode MET bzw. deren Nomenklatur an der BWS von Hunden und als Exkurs auch vom Mensch. Hier ebenfalls praktisches Üben zum Auffinden und Einstellen der Störungen.

12.4.15 Vormittag: Wiederholung der Themen von Tag 1 durch die Teilnehmer. Anschließend Vorstellung und Üben von MET an der HWS beim Hund mit Videopräsentation eines Patienten.
Den Abschluss bilden die Bereiche LWS, Becken bzw. Sacrum, ebenfalls nach denselben Kriterien.

Nach einer Abschlussrunde in der noch alle offenen Fragen geklärt werden können endet der Kurs.

Dr. Ulrike Neff


East meets West – Nieren und Harnwege im Fokus der Phytotherapie

In diesem Jahr wurden in der Seminarreihe East meets West Nieren und Harnwege aus unterschiedlichen Blickwinkeln in den Fokus genommen. Dabei galt es zum Einen, heute übliche therapeutische Strategien kritisch zu betrachten, zum Anderen traditionelle Anwendungen verschiedener Arzneipflanzen auf ihre Tauglichkeit als zeitgemäße Therapeutika zu überprüfen. Hierbei ergaben sich interessante Aspekte:
Die Nieren sind einem besonders ausgeprägten Altersabbau unterworfen. Dieser hat nicht nur einen deutlich zunehmenden Funktionsverlust zur Folge, sondern erhöht auch das Risiko für nephrotoxische Wirkungen von Medikamenten. In Anbetracht der mit dem Alter auftretenden Multimorbidität des Patienten und der dadurch häufig für notwendig erachteten Polypharmazie, steigt die Gefahr für eine arzneimittelbedingte Nierenschädigung beim alten Patienten enorm. Aus diesem Grunde versuchten die Referentinnen Dr. Sabine Vollstedt, DVW Katrin Noack und Dr. Cäcilia Brendieck-Worm phytotherapeutische Konzepte aus Ost und West vorzulegen, mit denen sich die Nieren- und Harnwegsgesundheit möglichst lange erhalten lassen und eine nierenschonende Medikation auch des multimorbiden Patienten möglich ist. Hierzu diente eine ausführliche Darstellung der Zusammenhänge zwischen Nieren und Herz, Nieren und Leber sowie Nieren und Skelettsystem – sowohl aus Sicht der TCVM als auch aus Sicht der traditionellen und aktuellen europäischen Medizin. Von besonderem Interesse waren aktuelle Studien zur Wirksamkeit pflanzlicher Inhaltsstoffe gegen Virulenzfaktoren harnwegspathogener Escherichia coli. Hier konnte gezeigt werden, dass Phytotherapeutika einen sinnvollen Ersatz für Antibiotika bei der Therapie unkomplizierter Harnwegsinfekte bieten, was zum Einen angesichts der steigenden Resistenzraten gegen Antibiotika bei uropathogenen Erregern wichtig ist, zum Anderen den Verzicht auf Antibiotika als potentiell nephrotoxische Arzneimittel ermöglicht. Ebenso wichtig waren die Ausführungen über phytotherapeutische Präventiv- und Therapiemaßnahmen gegen Dysurie, Urolithiasis und aufsteigende Harnwegsinfekte bei Dysbakterie im Bereich der Schleimhäute (Ausleitungstherapie). Nicht zuletzt wurde aufgezeigt, dass die phytotherapeutische Unterstützung der Ausleitungsorgane Nieren und Harnwege, die Krankheitserscheinungen anderer Organsysteme (rheumatischer Formenkreis, dermatologische und geriatrische Probleme) positiv beeinflusst.

Dr. Cäcilia Brendieck-Worm


Homöopathie-Seminare

Noch relativ neu, aber mit einer großen Chance in das ständige Beiprogramm des Kongresses übernommen zu werden, ist das Treffen für Frühanreisende in Nürnbergs „Barfüßer“. Bereits am Vorabend des Kongresses trafen sich ab 19:30 Kollegen/innen im Keller der urigen Brauereiwirtschaft zum „Early Bird“. Kurzweilige Geschichten und Erlebnisse aus dem Alltag machten die Runde und die Erwartungen auf das Highlight des ersten Kongresstages, den Vortrag von Prof. Dr. Leipold waren groß. Und die hochgesteckten Erwartungen wurden erfüllt. Anstatt 3 Stunden für Vortrag und Diskussion zum Thema „Impfungen – Wunsch und Wirklichkeit“ wurde auf Verlangen der Zuhörer der Programmablauf mehrfach geändert, so dass schließlich über 6 Stunden Zuhören und Zwischendiskussion zusammenkamen. Weil diese Problematik um Impfung, Überimpfung und Impfversager so erschreckend ist, wird Veronika Hornig, die auch den gelungenen Einführungsvortrag über 200 Jahre Impfgeschichte hielt, in einer der nächsten ZGTM-Ausgaben eine Zusammenfassung dieses Impf-Seminars publizieren. Die beiden Samstag-Seminare waren der Praxis gewidmet. Aufmerksam verfolgten 35 Kollegen/innen die Lifeanamnese von Anne-Lore Seyfried und ihren Vortrag über die „Chronische Niereninsuffizienz bei Hund und Katze“. Mit Miasmen Teil 2 beendete Birgit Mosenheuer den im letzten Jahr begonnenen Überblick über die Miasmen in der Tiermedizin. Am Nachmittag war die Kunst des Repertorisierens angesagt. Die Auswertung des Lifeanamnese und andere knifflige Fälle wurden von Anne, Birgit und Bernhard Hornig vorgestellt. Daran schlossen sich unter dem Leitgedanken „Refresh your Memory“ vier kurz gefasste Arzneimittelbilder. Dieser Programmpunkt verdient es in den nächsten Jahren ausgebaut zu werden, da der Kern der jeweiligen Arzneien und ihre typischen Verhaltensweisen beim Tier in der vet.med. Literatur bislang nur ungenügend dargestellt werden. Danken möchte ich an dieser Stelle Prof. Dr. Leipold für seinen engagierten Topvortrag und Markus Mayer und seinem Team für die stets hilfsbereite und professionelle Unterstützung unserer Seminare. Zurückblickend war es wieder ein Kongress mit vielen Informationen und persönlichen Gesprächen, der sicherlich bei vielen der Teilnehmer/innen die Lust auf ein „noch mehr“ bestärkt hat.

Dr. Bernhard Hornig


Tierkinesiologie – Energetische Medizin

Nach der sportlichen Einführung von Anke Domberg durch kinesiologische und andere Übungen zur Förderung des Energieflusses unter Magnolienblüten im Hof, konnten die Teilnehmer, durchflutet von frischer Luft, in die Tiefen des besonderen Elementes Wasser eintauchen und die vielfältigen Informationen gut aufnehmen. Physikalisch, sowie energetisch und geschichtlich wurde das wertvolle Molekül mit Dipol Charakter sehr informativ durch Brigitta Smit-Fornahl von allen Seiten beleuchtet.
Ferner wurde das Wasser als Informationsträger und Remedium wieder ins Gedächtnis gerufen. Praktische Übungen hierzu unterstrichen die theoretischen Ausführungen von Anke Domberg.
Farbig und zum Anfassen stellte im anschließenden Teil Andrea Hagenlocher die Heilwirklung von Edelsteinen vor. Zunächst sachlich und gut strukturiert zeigte die Einführung die Unterschiede der Heilsteine in deren Kristallgitterstrukturen und Bildungsprinzipien auf. Zur Bestimmung der Edelsteine und Erkennung von Fälschungen wurden alle notwendigen Kriterien aufgeführt. Unter besonderer Berücksichtigung von Heilwirkungen der Steine auf Nieren und Blase wurde eine begrenzte Auswahl an Heilsteinen vom Achat über Opal, Nephrit, Hämatit, Rhodochrosit zum Serpentin ausführlich in ihrer möglichen Heilwirklung beschrieben. Nicht nur durch die aufgezeigten Anwendungsarten, sondern auch durch die Zugehörigkeit nach der Einteilung der Wandlungsphasen aus der TCVM schloss sich der Kreis wieder zum Element Wasser. Die Teilnehmerinnen waren stets mit großem Eifer und Interesse dabei.

Anke Domberg


Tierkinesiologie – für Anfänger

Licht in den scheinbar undurchdringlichen Dschungel von Definitionen der verschiedenen bioenergetischen Testverfahren brachte Anke Domberg im ersten Teil des Vormittages. Was Kinesiologie, Radionik, Radiästhesie und Psychometrie bedeuten, wozu sie dienen und ob diese Testverfahren eine Option mit praktischem Nutzen in der Tiermedizin bieten könnten, wurde in einem Überblick aufgezeigt. Durch viele spannende und ausführlich dokumentierte Fallbeispiele zum Thema Niere / Blase, unterstrich Brigitta Smit Fornahl die Möglichkeiten der vorgestellten Testverfahren. Die dadurch ermöglichte, individuell auf jeden Patienten abgestimmte Therapiegestaltung kam hierbei besonders deutlich zum Vorschein.
Burnout – kein Stress mit dem Stress – ein Thema, welches alle Therapeuten, und speziell energetisch arbeitende Tierärzte betrifft, wurde im abschließenden Teil des Vormittages von Anke Domberg hervorgehoben. Um den Teilnehmerinnen die Brisanz und Aktualität des Themas begreiflich zu machen, wurden Definition, Entstehung sowie Vermeidungsmöglichkeiten beleuchtet. Der Schutz des eigenen energetischen Zustandes ist unabdingbare Voraussetzung für kinesiologisches und energetisches Arbeiten an und mit Patienten.

Anke Domberg


Homotoxikolgie – Kurs D

Reges Interesse bestand am ATF-Kurs D der Homotoxikologie/Biologischen Therapie. Für spezifische Erkrankungen bei Kleintieren und Pferd wurden zusätzliche Arzneimittel vorgestellt, die bei alleiniger Anwendung oder kombiniert mit anderen Präparaten in vielen Fällen den entscheidenden Unterschied für die Behandlung ausmachen.

Besproechene Indikationen waren die allergischen Erkrankungen, bei denen die biologische Behandlung auf eine Regulation der gestörten Abwehrmechanismen abzielt, sowie die chronischen Krankheiten. Sehr praxisnah wurden die infektiösen bzw. die nicht infektiösen Krankheiten der Heimtiere vorgestellt, die in der Praxis immer wieder eine Rolle spielen und bei denen biologische Präparate eine willkommene Therapieergänzung für die Heilung darstellen.

Den anderen Schwerpunkt des Kurses bildeten die Großtiere mit Beiträgen zu speziellen Themen aus der Rinderpraxis, wie Geburtsvorbereitung, Puerperalprobleme, Transitkuh-Management, Labmagenverlagerung und Mastitis. In einem großen, beispielhaft vorgestellten Milchkuhbestand mit überwiegend biologischer Behandlung und sehr gutem Management spielen gerade Mastitisfälle kaum noch eine Rolle, die Sammelmilch-Zellzahlen liegen im untersten Bereich.
Auch aus Pferde- und Schweinebeständen wurden praktische Erfahrungen mit der Verabreichung regulativer Präparate vorgestellt.

Insgesamt konnten die Teilnehmer eine Menge an neuen Behandlungsmöglichkeiten aus dem Kurs und den Diskussionen innerhalb der kollegialen und aufgeschlossenen Kursgruppe mitnehmen.

Dr. Erich Reinhart


Pferdefütterung – ganzheitlich

Das Seminar zur ganzheitlichen Pferdefütterung im Rahmen des GGTM-Kongresses 2015 in Nürnberg war eine sehr gelungene Veranstaltung. Rund 15 Tierärzte fanden Ihren Weg in dieses sehr spezielle Seminar rund um die praktische Pferdefütterung. Im Seminar befassten wir uns intensiv mit den heutigen Herausforderungen an die Haltung und Fütterung von Pferden, den neuen Energie- und Eiweißbewertungsgrundlangen, den genetischen Unterschieden einzelner Rassen und der Neudefinition von bekannten Futtermitteln als Lebensgrundlage aber auch als Therapeutikum. Hier traf Wissenschaft erfolgreich auf die tägliche Praxis der Pferdeernährung.
Schnell wurde in der Gruppe heraus gearbeitet, dass Fütterung aus weiterhin einer der Grundpfeiler von Gesundheit, neben der Haltung und dem Umgang ist und bleibt. Es wurde lebhaft und konstruktiv über den Raumbedarf von Pferden, rassespezifische Kommunikationsunterschiede, Aspekte der Raufutterqualität und Gewinnung diskutiert. Tiefer befassten wir uns aber mit den Möglichkeiten der klassischen veterinärmedizinischen Therapie aber vor allem auch der alternativmedizinischen Möglichkeiten bei gastrointestinalen Erkrankungen von Pferden. Hier wurden Möglichkeiten noninvasiver Prävalenzdiagnostik von Magenerkrankungen besprochen.

Der wichtige Aspekt der kritischen Evaluation heutiger Forschung, die unabdingbar für die ganzheitliche Pferdefütterung als handfestes Handwerk und gleichzeitig komplexer Wissenschaft ist, stellte sich als besonders wichtig in einer Welt zwischen Universität und Kunden mit einem Facebookaccount dar und wurde unter dem Thema „Fütterungsliebe und Fütterungswahn“ von einigen Teilnehmern und mir auch noch nach dem Seminar bis in die späten Abendstunden in gemütlicher Runde besprochen.

Alles in allem war es ein großartiges, lebhaftes Seminar – und wir haben sehr sehr viel Spaß gehabt und gelacht.

Conny Twardy


Nutztier – ganzheitlich

Nach wie vor Aktuell ist das Thema Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes, das ja schon beim Kongress 2014 intensiv diskutiert wurde. Norbert Roers beleuchtete das Thema Qualität aus verschiedenen Blickwinkeln und versuchte eine Position für den Berufsstand der Tierärzte zu finden. Maria Groot stellte eine Kooperation zwischen niederländischen und indischen Tierärzten vor, die besonders für Nutztiere neue Impulse auch bei niederländischen Milchviehhaltern brachte. Spannende Ansätze der indischen Pflanzenmedizin finden Eingang bei der Therapie wichtiger Produktionskrankheiten von Nutztieren. Aber auch in der Schweiz gibt es traditionelles Wissen um Heilpflanzen, das von Michael Walkenhorst präsentiert wurde. In verschiedenen Kantonen wurde alte Wissen dokumentiert und die Vielfalt der Therapieansätze vorgestellt. Die Veranstaltung war gleichzeitig Treffen des Arbeitskreises, so dass auch die Diskussion nicht zu kurz kam.

Dr. Andreas Striezel


Mykotherapie – Heilen mit Pilzen

Heilpilze – auch als Vital- oder Medizinalpilze bezeichnet – erfreuen sich in den letzten Jahren bei Therapeuten und Tierhaltern steigender Beliebtheit. Über die Einsatzmöglichkeiten von Pilzen konnten sich 29 Tierärztinnen und Tierärzte im halbtägigen Einsteiger-Seminar informieren. Nach einer spannenden Einführung ins Thema mit historischem Überblick wurden die häufigsten heutzutage in der Therapie eingesetzten Pilze im Portrait vorgestellt und deren Anwendungsgebiete erläutert. Pilzpräparate unterliegen bisher nicht dem Arzneimittelgesetz, sie kommen aus der Erfahrungsheilkunde. Insofern dürfen Hersteller und Vertreiber keine klinischen Indikationen auf Verpackungen angeben. In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden einzelne Pilze schon seit über 4000 Jahren therapeutisch angewandt. Umso wichtiger war es den Teilnehmern Tipps zur Dosierung, zur Dauer der Gabe, zum praktischen Einsatz am Patienten und zu Kombinationsmöglichkeiten zu erhalten. Da Pilze stark ausleitende Eigenschaften haben, sollten sie anfangs immer einschleichend dosiert werden, um starke Erstreaktionen wie Durchfälle und Blähungen zu vermeiden. Ein lebhafter Erfahrungsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen, die bereits Erfahrung im therapeutischen Einsatz von Pilzpräparaten hatten, rundete das gelungene Seminar ab.

Dr. Heidi Kübler


Cat behaviour and chronic stress – bringing science and practice together

In seinem Halbtagesseminar gab der Lissaboner Kollege Goncalo da Graca Pereira einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu verschiedenen Themen des Katzenverhaltens. Nach einer kurzen Vorstellung der Sozialstrukturen bei unterschiedlichen Katzenarten wurden die Bedürfnisse der Hauskatze detailliert dargestellt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf den unterschiedlichen für das Wohlbefinden von Katzen extrem wichtigen Ressourcen (Wasser- und Futterplätze, Rückzugszonen, Katzentoiletten etc.) und der sozialen Interaktion zwischen Katzen und ihren Menschen. Es wurden zahlreiche, leicht umsetzbare Ideen vorgestellt, die Stress insbesondere bei reinen Wohnungskatzen und in Mehrkatzenhaushalten reduzieren und damit das Wohlbefinden steigern können. Für die Pausen stand außerdem eine kleine Ausstellung zum Thema „Enrichment für Katzen“ zur Verfügung. Einen weiteren Schwerpunkt des Seminars bildete das Thema „Chronischer Stress und Erkrankungen“. Da Graca Pereira fasste die Auswirkungen von Stressoren auf das sympathische Nervensystem und damit auf verschiedene Organsysteme anschaulich zusammen. In seiner noch nicht veröffentlichten PhD-Studie konnte der Referent nachweisen, dass durch eine Verbesserung der Haltungsbedingungen (Mulitmodal Environmental Modification) physiologische Parameter und Symptome einer chronischen Niereninsuffizienz (CKD I oder II) positiv beeinflusst wurden. Die wichtigste Botschaft des Seminars war meiner Meinung nach, dass wir als praktizierend Tierärzte aufgefordert sind, noch genauer nach versteckten Stressoren im Leben unserer Katzenpatienten zu suchen und den Tierhaltern zu helfen, die Lebensbedingungen für ihre Katzen zu verbessern. Besonders aufmerksam sollten wir bei chronischen Magendarm-, Haut- und Nierenpatienten, sowie bei übergewichtigen Katzen überprüfen, ob wir wichtige Stressoren im Leben der Katzen übersehen haben.

Daniela Zurr


Akupunktur/TCM: Das Wasserelement – Niere und Blase

Das Nierensystem in der Traditionell Chinesischen Medizin ist die Grundlage vieler wichtiger Prozesse. Die Gesunderhaltung der Niere ist daher von großer Bedeutung und war Thema des diesjährigen Seminars Akupunktur/TCM im Rahmen des GGTM-Kongresses in Nürnberg.

Als Grundlage diente die Physiologie der Niere in Bezug auf die Lebensessenz (dem Jing), dem Wasserhaushalt und dem Bezug zu den Knochen. Nur bei ausreichend Lebensessenz ist eine gute Entwicklung des Jungtieres gewährleistet und bei Abnahme des Jings im Alter entstehen entsprechende Symptome wie Probleme des Knochenapparates, Demenz und Inkontinenz. Für das klinische Verständnis der Pathophysiologie spielt die Diagnostik eine grosse Rolle. Die Kennsymptome, der Puls und die Schleimhäute geben Hinweise auf das Geschehen im Körper und legen die Basis für eine Behandlung. In der Pathophysiologie wurden die Organzusammenhänge deutlich und welche Auswirkungen ein nicht funktionierendes Nierensystem auf den Gesamtorganismus hat insbesondere auf Herz, Milz, Leber und Lunge.

Einer der Schwerpunkte des Seminars war die Dualität der transpositionellen Punkten mit der Meridianlehre, die von Katrin Noack dargestellt wurden und den traditionellen Punkten mit Bedeutung der chinesischen Namen vorgestellt von Sabine Vollstedt. Trotz der unterschiedlichen Herangehensweisen wichen die Behandlungspläne letztendlich nicht allzu sehr voneinander ab. Die größte Diskrepanz fand sich in der Lokalisation der Rücken-Shu-Punkte der beiden Systeme, die jedoch in sich selbst schlüssig sind und somit Behandlungsansätze leisten können.

Praktische Anwendungen dieser Grundlagen wurden durch detaillierte Fallbeispiele dargestellt und waren die Grundlage vieler Diskussionen. Auch der Einsatz von chinesischen wie auch westlichen Kräutern kam zur Sprache, da sie bei der Behandlung der Niere ein wichtiger Bestandteil sind.

Dr. Sabine Vollstedt


Impressionen


Kongressleiter Dr. Andreas Striezel – Kongresseröffnung

Meet Your Expert

Markus Mayer, Dr. Heidi Kübler, Ute Reiter, Dr. Andreas Striezel (v.l.n.r.)

Prof. Dr. Wolfgang Leibold – Homöopathie

Lifeanamnese

Dr. Ulrike Neff (rechts) – Praxisseminar Osteopathie

DVM, MsC, PhD, Dip ECAWBM (BM) Gonçalo da Graça Pereira

Ramona Heusinger (Kongressorg.), Markus Mayer (Kongressorg.), Dr. Diane Hebeler (ATF) (v.l.n.r.)

Industrieausstellung

Industrieausstellung

Industrieausstellung

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(Bilder: Leonie Feyl)


Artikel erstellt am: 12. Mai 2015, 11:51